Izway – Weingut aus Barossa mit Wurzeln im Bordeaux

Natürlich liegen weder das Barossa Valley noch Seppeltsfield auch nur Ansatzweise in der Nähe von Bordeaux oder der Gironde. Im Gegenteil, es liegen schlappe 16.500 km dazwischen. Und doch steckt ganz viel Bordeaux im Weingut Izway im Barossa Valley. Und noch mehr Zufall, vielleicht sogar Fügung oder Schicksal. Denn nichts anderes war es, als sich 2002 die zwei australischen Weinmacher Brian Conway und Craig Isbel zufällig im Bordeaux kennenlernten. Der Erzählung nach nach mehreren mit Pastis durchzechten Nächte beschlossen die beiden, ein Weingut in ihrer australischen Heimat zu gründen.

Wein so weit das Auge reicht. Buschreben des Weingut Izway im Barossa Valley.
Über 100 Jahre alte Buschreben Down Under

Viel Zeit gelassen haben sie sich nicht. Der erste Jahrgang, ein Shiraz mit dem Namen „Bruce“, wurde bereits 2003 aus 500 kg zugekauften Reben produziert. Seither wächst und gedeiht das Weingut kontinuierlich. Izway steht für moderne Stilistik, für biologischen Anbau und sorgsamen Umgang mit natürlichen Ressourcen. Auf der Suche nach dem Austausch mit authentischen Winzern, Handwerk und ehrlichen Weinen ist man bei Izway genau an der richtigen Adresse.

Izway Wines

Apropos Adresse: Man muss schon etwas tiefer eintauchen in das Barossa Valley um Izways Weingut zu finden, denn die Boutique Winery liegt etwas Abseits. Izway liegt malerisch eingebettet in der hügeligen Landschaft des Westkamms des Barossa Valley. Von Nuriootpa aus ist das Weingut über den Sturt Highway leicht in 10 Minuten zu erreichen. Auf halbem Weg zwischen Seppeltsfield und Greenock liegt das Weingut an der malerischen, von Palmen gesäumten Seppeltsfield Road.

Der Tasting Room des Weingutes Izway, modernes Ambiente für tolle Weinproben.
Liam, der Assistant Winemaker führt mit ganz vielen Geschichten durch das Tasting

Weinprobe auf dem Weingut Izway

Das Weingut Izway produziert (Stand 2018) gerade einmal 36.000 Flaschen jährlich im Barossa Valley. Die Produktion verteilt sich auf zwei Weine aus Aglianico, zwei verschiedene Grenache und – natürlich, wir sind ja in Barossa – vier verschiedene Shiraz. Alle Weine sind reine Handarbeit und die Verkostung wird natürlich von einem der Weinmacher durchgeführt. Eine Weinprobe ist daher mehr als nur ein sensorisches Erlebnis, hier werden ganz viele Geschichten erzählt.

Auch in größeren Gruppen kann man auf dem Weingut Izway im Barossa Valley individuelle Weinproben machen.
Erfrischend moderner Tasting Raum

Die Weine von Izway

Ich gebe es zu, mit Aglianico verbinde ich keine große Freundschaft. Ich hatte bisher keinen wirklich spannenden Vertreter dieser Rebsorte im Glas, also gehe ich auf die beiden Aglianico von Izway nicht näher ein. Speziell der 2017er Grenache mit dem Namen „Maurice“ indes war mein Highlight auf diesem Weingut. Kräftige Aromen von dunkler Kirsche, Orangenschale und etwas Leder in der Nase. Süße Textur, starkes Tannin, dennoch schön seidig und geschmeidig. Mein zweiter Favorit war ihr 2015er Shiraz namens „Don“. Im Vergleich zur Rhone fehlen den australischen Shiraz‘ Noten von Pfeffer und Kräutern. Der „Don“ ist der Flagship Wein von Izway. Ein typischer australischer Shiraz, dabei aber eine echte Wucht mit einer unglaubliche Präsenz im Glas. Er präsentiert dort blumige Noten von Lavendel und Cassis, sowie dunkler Kirsche und Orangenschale. Am Gaumen zeigt sich eine ausgeprägte dunkle Schokolade, etwas Kaffee und eine samtige Textur.

Eine Flasche Maurice, ein toller Wein des Barossa aus 100% Grenache vom Weingut Izway.

Das Barossa Valley ist eines der wichtigsten Weinanbaugebiete in Australien, und daher für Weinliebhaber immer eine Reise wert. Wer neben den großen Produzenten auch authentische Weinmacher kennenlernen möchte, dem kann ich einen Besuch des Weingutes Izway nur empfehlen!

Izway Winery
923 Seppeltsfield Road
Seppeltsfield Barossa
South Australia 5355

Telefon: +61 (0)409 721 055
info@izway.com.au

www.izway.com.au

Vergelegen – Wein, Natur und Gourmetküche

Wer in dem regionalen Dreieck Kapstadt, Stellenbosch und Somerset West Urlaub macht und sich für Wein und gutes Essen interessiert, kommt am Weingut Vergelegen nicht vorbei. Es liegt etwa 4 km nordöstlich von Somerset West am Fuß des Helderberg. Und wer Vergelegen besucht, kann ruhig etwas Zeit mitbringen, denn es lohnt sich.

Willkommen im Paradies

Vergelegen ist zweifellos eines der eindrucksvollsten Weingüter in Südafrika. Das Weingut liegt eingebettet in einer herrlichen Parklandschaft und steht für deutlich mehr als nur Wein. Wer will, erlebt in Vergelegen ein sensorisches Erlebnis für alle Sinne. Gegründet wurde Vergelegen im Jahr 1700. Nach fast 300 Jahren im Besitz dreier Familien ist das Weingut heute im Besitz des britischen Bergbaukonzerns Anglo American. Nach Gold und Diamanten macht der Mutterkonzern von Vergelegen seit 1987 auch mit Wein seine Geschäfte. Vielleicht ist es auch nur ein Abschreibungsobjekt oder ein Hobby. Egal, es ist einen Besuch wert!

Fünf 300 Jahre alte Kampferbäume dominieren das Herrenhaus von Vergelegen
Fünf historische Kampferbäume dominieren das Herrenhaus

Weinproben bei Vergelegen

Herzstück der Anlage ist natürlich die moderne Vinothek, hier werden vier verschiedene Weinproben angeboten. Das Tasting der „Premium Range“ umfasst für 30 Rand (2 Euro) pro Person die einfacheren Einstiegsweine von Vergelegen. Man erhält je einen Sauvignon Blanc und einen Chardonnay bei den Weißweinen, sowie je einen Shiraz und einen Bordeaux-Blend bei den Rotweinen. Die Weinprobe der „Reserve Range“ kostet 40 Rand (2,50 Euro) pro Person und beinhaltet einen Semillon, einen Chardonnay, einen reinsortigen Merlot und einen Shiraz. In der sogenannten „Mix Range“ kann man für 45 Rand (2,80 Euro) den Sauvignon Blanc aus der Premium Range, einen Cabernet Franc, einen Cabernet Sauvignon Reserve und einen dem Sauternes angelehnten Dessert-Wein aus Semillon und Sauvignon Blanc verkosten.

Die Spitzenweine von Vergelegen

Die besten Weine von Vergelegen werden in der Weinprobe der „Flagship Range“ angeboten. Und wenn man schon mal hier ist, sollte man auch genau diese Range probieren. Zumal der Preis für das Tasting der hier dargebotenen Weine gerade einmal bei 80 Rand, also bei knapp 5 Euro pro Person liegt. Dafür erhält man den reinsortigen Sauvignon Blanc Reserve und den Vergelegen GVB White, eine mehrfach preisgekrönte Weißwein-Cuvée im Bordeaux-Stil aus Sauvignon Blanc und Semillon. Zudem den Vergelegen GVB Red, einen Bordeaux aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc, sowie den Vergelegen V, den reinsortigen Cabernet Sauvignon von Vergelegen. Schon der reinsortige Cabernet Sauvignon von Vergelegen ist das Tasting wert, denn allein der Kaufpreis dieser Flasche Wein liegt bei 85 Euro. 

Der moderne und großzügige Tasting Room von Vergelegen bietet auch größeren Gruppen Raum für schöne Weinproben.
Herzstück des Weingutes, die Vinothek

Meine Empfehlung: Ganz klar die Flagship Range

Klar, dass ich mir bei meinem letzten Besuch die Chance nicht entgehen habe lassen die Flagship Weine von Vergelegen zu probieren. Und ich hatte zwei ganz klare Favoriten: Der Sauvignon Blanc, der im Schaapenberg-Weinberg Anfang Januar 2017 nur mit sehr viel Glück einer Brandkatastrophe entgangen ist. Dabei wurden fast 40% des Weingutes zerstört oder in Mitleidenschaft gezogen. Mit diesem Hintergrund im Kopf glaubt man sogar noch ein paar rauchige Noten im Wein zu entdecken. Im Kern zeigt er aber schöne Aromen von Ananas, reifer Passionsfrucht und einen Hauch Zitronengras, nicht zu hohe Säure, genau wie ich es am liebsten mag. Mein zweiter Favorit war ihr 2012 Vergelegen V. Dieser 100% Cabernet Sauvignon wurde als „Mund voll Schwarzwälder Kirsch Torte“ vorgestellt. Und genau das war er auch – kombiniert mit dem feinen Duft von Omas Schokoladencreme. Ein ganz starkes Stück südafrikanischen Weins!

Vergelegens Park und Garten

Ein Muss nach oder vor jedem Weintasting sind die Park- und Gartenlandschaft von Vergelegen. Kernstück ist das ehemalige Herrenhaus, das heute ein kleines Museum beinhaltet und Einblicke in die Geschichte von Vergelegen zeigt. Vor dem Herrenhaus dominieren fünf jeweils über 300 Jahre alte Kampferbäume das Bild. Ebenfalls mehr als 300 Jahre alt ist die älteste englische Eiche Südafrikas, die sich im Garten besichtigen lässt. Herrlich sind auch der Rosengarten und der Kräutergarten. Der angrenzende Wald ist teilweise ein Meer aus Hortensien. Blumen und Pflanzenfreunde kommen genauso auf ihre Kosten wie Weinliebhaber. Beides miteinander kombinieren kann man mit einem Picknick im Wald, romantisch zu Zweit oder als ganze Gruppe. Das Picknick lässt sich vorab buchen – und dann der Nachmittag ziemlich gut geniessen.

Fine Dining in Vergelegen

Apropos „geniessen“: Mit dem Camphor betreibt das Weingut einen Gourmet-Tempel der Spitzenklasse. Seit seiner Eröffnung 2012 wurde das Restaurant jährlich erneut unter die 10 besten Restaurants in Südafrika gewählt. Das Camphor hat von Mittwoch bis Sonntag sowohl Mittags zum Lunch, und Freitag und Samstag Abends zum Dinner geöffnet. Meine Empfehlung ist ganz eindeutig der Abend. Und hier das 7-Gänge-Menü mit Weinbegleitung, der schönsten Form der Weinprobe. Zum Thema „don´t drink & drive“: Wir waren schon sehr häufig in Südafrika und haben am Westkap nur sehr gute Erfahrungen mit Uber gemacht. Probleme mit der Weinbegleitung hatten wir also nie, dafür konnten wir aber Menschen auch noch bei ihrer Existenzgründung helfen.

Ich komme immer wieder gerne nach Vergelegen, denn hier dieser Ort steht für mehr als Wein, hier ist für jeden Anlass etwas geboten. Herrliche Weine, wunderschöne Natur, ein entspanntes Picknick oder ein Abendessen auf Sterne-Niveau.

Vergelegen Estate
Somerset West, South Africa
Telefon +27 21 847 2100
http://www.vergelegen.co.za
info@vergelegen.co.za

Raats Original Chenin Blanc 2018

Key facts:

Weißwein, trocken

Weingut: Raats Family Wines

Name: Original Chenin Blanc

Rebsorte: Chenin Blanc (100%)

Jahrgang: 2018

Herkunft: Südafrika, Stellenbosch

Verkostung: 16.11.2018

In a nutshell:
– knackig-spritzig
– limette
– mineralisch

Chenin Blanc ist eine unglaublich vielseitige Rebsorte, die von knackig-trockenen bis hin zu üppig-süßen Weinen alles bietet. Je nach Anbaugebiet und Weinbereitung entstehen daraus unterschiedliche Weinstile – von erfrischend bis zu komplex und alterungsfähig.

Der Raats Original Chenin Blanc 2018 von Raats Family Wines ist ein vorbildlicher Repräsentant der ersten Kategorie. Diese Mischung aus citrus-frische, dem ganz leichten Hauch von Schmelz und gleichzeitig kühler Mineralik am Gaumen macht ihn zum tollen Sommerwein. Der ist nichts für einen Winterabend auf der Couch. Aber er ist ein perfekter Begleiter für gegrillten Fisch, Meeresfrüchte, Sushi oder gegrilltes Hühnchen.

Meine Verkostungsnotiz im Detail:

Bei meinen Verkostungen halte ich mich gerne an die Methodik des WSET (Wine & Spirit Education Trust).

Die Methodik basiert auf einem systematischen Ansatz zur Verkostung und Bewertung von Weinen. Auch wenn es sperrig klingen mag, macht es voll Sinn zur Schaffung von Vergleichbarkeit. Denn das System konzentriert sich auf die objektive Analyse von Aussehen, Geruch und Geschmack eines Weines, um so dessen Eigenschaften präzise zu beschreiben. Der große Vorteil dieser Methodik liegt in der Schaffung einer einheitlichen Sprache und eines klaren Rahmens für Weinliebhaber und Fachleute, um Weine konsistent und vergleichbar zu beschreiben und zu bewerten. Wenn Dich diese strukturierte Art von Verkostung und Beschreibung interessiert, habe ich hier einen Blogbeitrag zur Erklärung geschrieben.

Optik: Farbe und Klarheit

Farbtiefe:
blass – mittel – tief

Farbton:
(weiß) grüngelb – zitronengelb – goldgelb – bernsteingelb – braun
(rosé) hellrosa – lachsfarben – orange
(rot) purpurrot – rubinrot – granatrot – braunrot – braun

Andere Eindrücke, z. B. Schlieren/Tränen, Depot, Perlage, Bläschen: keine

Geruch: Aroma und Intensität in der Nase

Reintönigkeit:
sauber – unsauber (fehlerhaft?)

Intensität:
verhalten – mittel (-) – mittel – mittel (+) – ausgeprägt

Aromaausprägung:
Primäre Aromen (aus der Traube und der alkoholischen Gärung):
grüner Apfel, frühe Birne, Quitte, Ananas und feine Nuancen von Grapefruit

Sekundäre Aromen (aus der Weinbereitung nach der Gärung):
keine

Tertiäre Aromen (aus der Reifung):
keine

Geschmack: Süße, Säure, Tannin, Alkohol, Körper am Gaumen

Süße:
trocken – fast trocken – halbtrocken – halbsüß – süß – üppig

Säure:
niedrig – mittel (-) – mittel – mittel (+) – hoch

Tannin:
niedrig – mittel (-) – mittel – mittel (+) – hoch

Alkohol:
niedrig – mittel – hoch

Körper:
schlank – mittel (-) – mittel – mittel (+) – voll

Mousse:
fein – cremig – aggressiv

Geschmacksintensität:
zart – mittel (-) – mittel – mittel (+)

Geschmacksausprägung:
Primäre Geschmacksnoten: (aus der Traube und der alkoholischen Gärung):
grüner Apfel, Birne, Quitte, Ananas, frisches Gras, feine Nuancen von Grapefruit, stahlig, mineralisch, leicht salzig

Sekundäre Geschmacksnoten (aus der Weinbereitung nach der Gärung):
keine

Tertiäre Geschmacksnoten (aus der Reifung):
keine

Abgang:
kurz – mittel (-) – mittel – mittel (+) – lang

Qualität:
fehlerhaft – schwach – durchschnittlich – gut – sehr gut – hervorragend

Trinkreife/Reifungspotential:
– zu jung
kann getrunken werden, hat aber noch Reifungspotential
– jetzt trinken: ist nicht für Alterung oder weitere Lagerung geeignet
– zu alt

Margaret River: Weinoase in Western Australia

Cabernet Sauvignon Reben in Western Australia

Margaret River liegt im Südwesten Australiens, etwa 280 Kilometer südlich von Perth. Die Region erstreckt sich von Nord nach Süd über 100 km von Busselton entlang der Küste des Indischen Ozeans bis Augusta. Das Gebiet wird im Westen durch den Ozean, im Osten von den Wäldern und Farmlands des australischen Buschlands begrenzt. Diese Lage bietet nicht nur spektakuläre Ausblicke, sondern auch ideale Bedingungen für den Weinbau. Wir waren im Wohnmobil unterwegs, konnten Natur und Wein ganz hervorragend geniessen.

Weinbau in Margaret River

Die Weinbaugeschichte von Margaret River ist relativ jung, beginnend in den 1960er Jahren. Dr. Tom Cullity, ein Pionier des modernen Weinbaus in der Region, gründete 1967 das erste kommerzielle Weingut, Vasse Felix. Heute gilt Vasse Felix als das älteste Weingut der Region und ist ein Sinnbild für die Entwicklung und das Ansehen der Weine aus dieser Region.

Margaret River mag im Vergleich zu anderen Weinregionen Australiens klein erscheinen, aber die Qualität seiner Weine ist unübertroffen. Die Region umfasst etwa 5.000 Hektar Rebfläche, auf der einige der besten Weine Australiens produziert werden.

Das Klima in Margaret River ist stark vom nahegelegenen Ozean beeinflusst, was zu milden Sommern und kühlen Wintern führt. Diese klimatischen Bedingungen ähneln denen berühmter Weinregionen wie Bordeaux in Frankreich. Die kühlen Brisen des Indischen Ozeans mildern die Sommertemperaturen, was eine langsame und gleichmäßige Reifung der Trauben ermöglicht. Die dadurch vergleichsweise milden Sommer und die gut durchlässigen Böden ermöglichen einen optimalen Reifeprozess der Trauben. Diese Faktoren tragen zur Entwicklung komplexer Aromen und einer ausgeglichenen Säurestruktur bei, die für die Weine der Region charakteristisch sind.

Sortenvielfalt und Weingüter

Margaret River ist vor allem für seine erstklassigen Cabernet Sauvignon, Chardonnay und Semillon-Sauvignon Blanc-Blends (Weiße Bordeaux) bekannt. Diese Rebsorten gedeihen in dem gemäßigten Klima und auf den fruchtbaren Böden der Region hervorragend. Der Cabernet Sauvignon aus Margaret River ist für seine Tiefe und Komplexität berühmt, während der Chardonnay eine bemerkenswerte Eleganz und Feinheit aufweist.

Top 5 Weingüter in Margaret River

  1. Vasse Felix: Das älteste Weingut der Region, bekannt für seine herausragenden Cabernet Sauvignon und Chardonnay.
  2. Leeuwin Estate: Berühmt für seinen „Art Series“ Chardonnay, ein Paradebeispiel für australischen Chardonnay.
  3. Cape Mentelle: Eines der führenden Weingüter in der Region, bekannt für seinen hochwertigen Cabernet Sauvignon.
  4. Voyager Estate: Bietet eine beeindruckende Weinpalette und ist bekannt für seine nachhaltigen Weinbaumethoden.
  5. Gralyn Estate: Ein Boutique-Weingut, das sich auf die Produktion von hochwertigen Chardonnay spezialisiert hat, toller Tasting-Room mit großen Fensterfronten zu den Weingärten hin.
Tasting Room im Weingut Cape Mentelle

Fazit

Margaret River ist ein wahres Juwel in der Welt des Weinbaus. Die Kombination aus idealem Klima, fruchtbaren Böden und leidenschaftlichen Winzern macht die Region zu einem der führenden Weinproduzenten Australiens. Ein Besuch hier bietet nicht nur die Gelegenheit, einige der besten Weine Australiens zu probieren, sondern auch die natürliche Schönheit und die entspannte Atmosphäre des australischen Südwestens zu genießen. Für jeden Weinkenner ist diese Weinbauregion ein unverzichtbares Ziel auf der weltweiten Weinlandkarte.

Barossa Valley: Wiege des australischen Weinbaus

Penfolds Winery in Nuritoopa

Denkt man an Wein in Australien, steht das Barossa Valley natürlich ganz oben auf der Liste. Es ist schließlich das legendärste Weinanbaugebiet Australiens und weltweit bekannt für seine reiche Weinbaugeschichte. Dieses malerische Tal ist nur eine kurze Fahrt von Adelaide entfernt. Es ist ein Schmelztiegel aus Tradition und Innovation, wo alte Weinreben und moderne Technik eine harmonische Symbiose eingehen.

Das Barossa Valley liegt in South Australia, etwa 60 Kilometer nordöstlich von Adelaide. Das Tal ist umgeben von sanften Hügeln, fruchtbaren Ebenen und einer Vielzahl an Flüssen und Bächen. Das macht es gleichzeitig zu einem landschaftlich pittoresken wie fruchtbaren Weinanbaugebiet. Und ist definitiv eine Reise wert – also wenn man eh gerade in Australien ist.

Die Geschichte des Weinbaus im Barossa Valley reicht bis in die 1840er Jahre zurück, als deutsche Einwanderer sich in der Region niederließen. Diese Pioniere brachten nicht nur ihre Kultur, sondern auch ihr Weinbau-Know-how mit, was die Grundlage für die heutige Weinindustrie legte. Eines der ältesten Weingüter der Region ist das 1844 gegründete Langmeil Winery, das sich rühmt, über die ältesten Shiraz-Reben zu verfügen.

Weinbau im Barossa Valley

Das Barossa Valley ist eine ausgedehnte Region, die über 13.000 Hektar Rebfläche umfasst. Die Weingärten erstrecken sich über die sanften Hügel und Ebenen des Tals, wobei jede Lage ihre eigene einzigartige Charakteristik in die Weine einbringt.

Das Klima ist mediterran mit warmen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. Diese Bedingungen sind ideal für den Anbau von Trauben, insbesondere für Rebsorten, die eine längere Reifezeit benötigen. Die kühlen Nächte sorgen für eine Balance zwischen Reife und Säuregehalt, was die Weine aus dem Barossa Valley besonders ausgewogen und komplex macht.

Für die Qualität der Weine aus dem Barossa Valley ist der vollständige Reifeprozess der Trauben entscheidend. Das Zusammenspiel von Klima, Bodenbeschaffenheit und Winzerkunst ermöglicht es, Trauben optimal reifen zu lassen. Die Böden hier sind vielfältig – von schwerem Lehmboden bis zu leichten Sandböden – und bieten damit ideale Voraussetzungen für verschiedene Rebsorten.

Ich kann diesen Blogbeitrag über Weinbau in Barossa nicht schreiben ohne Penfolds zu erwähnen, das legendäre Weingut mit der noch legendäreren Cuvée aus Shiraz und Cabernet Sauvignon namens Grange. Kritiker haben diesen Wein unzählige Male ausgezeichnet. Der Wine-Spectator nannte den Grange Jahrgang 1990 den „besten Rotwein der Welt“ und erwähnte den Jahrgang 1955 als einen der besten zwölf Weine des 20. Jahrhunderts. Kein Wunder, dass die Flasche um die 700 Euro kostet. Aber für einen Aufpreis von knapp 80 Euro kann man hier einmal daran nippen, bekommt auch einen Sessel und 8 Oliven dazu. Egal, der Weinliebhaber muss machen, was der Weinliebhaber machen muss 🙂

The Grange

Rebsorten und Weingüter

Das Barossa Valley ist besonders für seine Rotweine bekannt, insbesondere für Shiraz, der als dickschalige Rebe gut mit Wärme umgehen kann, und als Aushängeschild der Region gilt. Aber auch Cabernet Sauvignon, Grenache und Mataro (Mourvèdre) werden hier erfolgreich angebaut. Bei den Weißweinen dominieren Sorten wie Chardonnay und Semillon, in höherer Lagen wird zunehmend auch Riesling angebaut. Die Region profitiert von alten Rebstöcken, die intensiv aromatische und tiefgründige Weine hervorbringen.

Top Weingüter im Barossa Valley

  • Penfolds: Eines der bekanntesten Weingüter Australiens, berühmt für den Penfolds Grange, ein Symbol australischer Weinbaukunst.
  • Torbreck: Berühmt für seine kraftvollen, opulenten Rotweine, die das Terroir der Region perfekt einfangen
  • Yalumba: Das älteste familiengeführte Weingut Australiens, bekannt für seine Vielfalt und Innovation.
  • Jacob’s Creek: Ein weltberühmtes Weingut, das eine breite Palette von Qualitätsweinen anbietet.
  • Henschke: Bekannt für seine außergewöhnlichen, einzelnen Weinbergslagen und seinen legendären Hill of Grace Shiraz.
  • Izway: Zwei australische Winzer lernen sich während einer Weinlese in einem Château im Beaujolais kennen und beschließen, ihr eigenes Weingut im Barossa Valley zu gründen. Zum Glück. Und hier gehts zu meinem Portrait.

Fazit

Das Barossa Valley ist ein wahrer Schatz für Weinliebhaber. Die Kombination aus historischem Erbe, reicher Kultur, vielfältigen Landschaften und natürlich den exquisiten Weinen macht diese Region zu einem Muss für jeden Weinkenner. Durch die malerischen Weinberge wandern, an einer Weinprobe teilnehmen oder einfach die herzliche Gastfreundschaft der Region genießen – das Barossa Valley bietet ein unvergessliches Erlebnis, das den Geist des australischen Weinbaus verkörpert.

Sangiovese: Herzstück des italienischen Weinbaus

Weinberge im Chianti Classico

Willkommen beim Sangiovese, der Rebsorte hinter den so typischen Italienern wie Chianti, Brunello und Montepulciano. Einer Rebsorte also, die sehr offensichtlich sehr tief mit der italienischen Weintradition verwoben ist wie keine andere. Dieser Blogbeitrag nimmt Dich mit auf eine Reise durch die Geschichte, das Aromenprofil und die Anbaugebiete dieser faszinierenden Rebsorte.

Die Geschichte des Sangiovese ist eng mit der Weinbaugeschichte Italiens verbunden. Sein Name leitet sich vermutlich von „Sanguis Jovis“ ab, was „Blut Jupiters“ bedeutet, und weist auf seine antiken Wurzeln hin. Diese Rebsorte wird seit Jahrhunderten in Italien kultiviert und hat sich dort als eine der wichtigsten und charakteristischsten Rebsorten etabliert.

Sangiovese ist bekannt für sein ausgeprägtes Aromenprofil. Typisch sind Noten von saftigen Kirschen, frischen roten Beeren und oft ein Hauch von würzigen, erdigen Tönen. Im Alter entwickelt der Wein zusätzlich Nuancen von getrockneten Kräutern, Tabak und Leder, was ihm eine zusätzliche Komplexität verleiht.

Der Anbau von Sangiovese

Sangiovese wird zurecht hauptsächlich mit Italien in Verbindung gebracht, denn man findet ihn wirklich nur in sehr homöopathisch kleinen Mengen auch in anderen Ländern wie Argentinien, Frankreich oder den USA. In Italien sind die Toskana, Umbrien und Emilia-Romagna die wichtigsten Anbaugebiete.

Innerhalb Italiens ist die Toskana das Herzstück des Sangiovese-Anbaus. Berühmte Weine wie Chianti, Brunello di Montalcino und Vino Nobile di Montepulciano sind stolze Vertreter dieser Rebsorte. Jedes dieser Anbaugebiete verleiht ihm eine einzigartige Charakteristik, die von Bodenart und Mikroklima geprägt ist.

Sangiovese gedeiht am besten in einem gemäßigten Klima, wie es in der Toskana vorherrscht. Die Rebsorte bevorzugt warme, aber nicht zu heiße Bedingungen, da zu viel Hitze die Säurestruktur und die Frische des Weins beeinträchtigen kann. Die Hügellagen vieler toskanischer Weinberge bieten ideale Bedingungen mit kühlen Nächten, die zur Erhaltung der Säure und zur Entwicklung komplexer Aromen beitragen.

Haltbarkeit und ideale Trinkreife

Die besten Sangiovese-Weine, insbesondere aus hochwertigen Anbaugebieten wie Brunello di Montalcino, haben ein bemerkenswertes Alterungspotenzial. Diese Weine können oft mehrere Jahrzehnte reifen, wobei sie im Laufe der Zeit an Komplexität und Tiefe gewinnen. Die ideale Trinkreife variiert je nach Wein und Jahrgang, aber viele Sangiovese-Weine zeigen ihre beste Seite nach einigen Jahren der Reifung.

Sangiovese – Maestro der Speisenbegleitung

Sangiovese genießt weltweit eine hohe Beliebtheit. Seine Weine sind für ihre Vielseitigkeit und ihre Fähigkeit bekannt, das Terroir, aus dem sie stammen, zu reflektieren. Dies macht ihn zu einer beliebten Wahl für Weinliebhaber, die Weine mit Charakter und regionaler Identität schätzen. Auch und gerade zum Essen.

Sangiovese-Weine zeichnen sich durch ihre hohe Säure und ihre robusten Tannine aus, was sie zu idealen Partnern für eine breite Palette an Speisen macht. Diese Eigenschaften ermöglichen es dem Wein, auch mit reichhaltigeren und intensiveren Aromen mithalten zu können. Seine natürliche Säure schneidet durch die Fettigkeit und den Reichtum vieler Gerichte und sorgt so für ein ausgewogenes Geschmackserlebnis. Zudem unterstreichen die charakteristischen Aromen von Kirsche, Pflaume und Gewürzen in Sangiovese-Weinen die Zutaten in vielen klassischen Gerichten der italienischen Küche.

  • Gegrilltes rotes Fleisch: Die robusten Tannine des Sangiovese harmonieren wunderbar mit dem reichen Geschmack von gegrilltem Fleisch, wie zum Beispiel einem saftigen Steak oder Lammkoteletts.
  • Pasta mit Tomatensauce: Seine hohe Säure balanciert die Säure der Tomaten aus, während die Fruchtigkeit des Weins die Frische der Tomaten betont.
  • Pizza: Ob klassische Margherita oder eine Pizza mit würziger Salami, seine Vielseitigkeit macht ihn zu einem idealen Partner für die meisten Pizzavarianten.
  • Gebratenes Geflügel: Seine Tanninstruktur und würzigen Noten ergänzen das zarte Aroma von gebratenem Huhn oder Ente.
  • Würzige vegetarische Gerichte: Auch Gemüseaufläufe oder Pasta mit kräftigen Gemüsesaucen werden durch seine Fruchtigkeit und Säure bereichert.
  • Reife Käsesorten: Ein gereifter Pecorino oder Parmesan bildet mit seiner Struktur und Aromen eine hervorragende Harmonie.

Fazit

Sangiovese-Weine bieten eine wunderbare Bandbreite an Aromen und Strukturen, die sie zu vielseitigen Begleitern einer großen Auswahl an Gerichten machen. Ob zu einem gemütlichen Abendessen oder einem festlichen Anlass, ein guter Chianti, Chianti Classico, Brunello oder Montepulciano wird Deine Speisen auf eine Weise ergänzen, die das Essen zu einem unvergesslichen Erlebnis macht.

Rheingau: Geschichte, Kultur und Weinkunst

Reben und Rhein im Rheingau

Beim Rheingau darf niemand von mir neutrale Beobachtung erwarten, denn ich bin in Wiesbaden geboren. Aber ich mag den Rheingau auch allein deshalb, weil diese Weinbauregion so gut überschaubar und dicht ist. Am Anfang Wiesbaden, auf der linken Seite der Rhein, auf der rechten Seite die Weinberge, am Ende Lorch. Dazwischen ist es schön, sind die Menschen freundlich, das Essen gut, der Wein ein Traum.

Willkommen also im Rheingau, einer malerischen Region im Herzen Deutschlands, die sich entlang des majestätischen Rheins erstreckt. Bekannt für seine malerischen Landschaften, seine reiche Geschichte und sein herausragendes Weinerbe, ist der Rheingau ein Ort, an dem sich Kultur und Natur auf einzigartige Weise vereinen. In diesem Blogbeitrag entdecken wir, was den Rheingau so besonders macht – von den historischen Persönlichkeiten, die seine Geschichte geprägt haben, bis hin zu den Weinen, die ihn weltberühmt gemacht haben.

Historische Geschichte des Rheingaus

Der Rheingau, ein Landstrich voller Geschichte und Tradition, war schon immer ein bedeutender Schauplatz in Deutschland. Berühmte Persönlichkeiten wie Hildegard von Bingen, die hier im 12. Jahrhundert lebte, haben die Region nachhaltig geprägt. Ihre Beiträge zur Kräutermedizin und ihre spirituellen Schriften sind bis heute von Bedeutung. Auch Johann Wolfgang von Goethe, der die Schönheit des Rheingaus in seinen Werken verewigte, war fasziniert von dieser Region.

Weinanbau im Rheingau

Die geographische Lage des Rheingaus, gekennzeichnet durch seine Nähe zum Rhein und die hügelige Landschaft, schafft ideale Bedingungen für den Weinbau. Das Klima hier ist mild, und die geschützten Hänge bieten den Trauben optimale Sonneneinstrahlung. Diese Faktoren tragen zu einem vollständigen Reifeprozess der Trauben bei, der entscheidend für die Qualität der Weine ist. Die Balance aus warmen Tagen und kühlen Nächten ermöglicht es den Trauben, ihre Aromen voll zu entwickeln und gleichzeitig ihre erfrischende Säure zu bewahren.

Der Rheingau ist besonders bekannt für seine Riesling-Weine, die zu den besten der Welt zählen. Diese Rebsorte profitiert von den speziellen klimatischen Bedingungen und dem mineralreichen Boden der Region, was zu Weinen mit ausgeprägtem Charakter und Eleganz führt. Neben Riesling (78% Anteil) gedeihen hier auch Spätburgunder (Pinot Noir, 12% Anteil) und als offensichtliche Nebendarsteller wenige andere Sorten, die von den einzigartigen Bedingungen des Rheingaus profitieren.

Top 5 Weinbauorte im Rheingau

  • Rüdesheim: Bekannt für seine charmante Altstadt (jenseits der Drosselgasse, die eher unsere Eltern- bzw. Großelterngeneration toll gefunden haben) und hervorragende Weine.
  • Eltville: Berühmt für seine Rosen und als Zentrum des Sekt- und Weinbaus.
  • Geisenheim: Ein Zentrum der Weinbildung mit seiner renommierten Hochschule.
  • Oestrich-Winkel: Heimat vieler traditioneller Weingüter und malerischer Landschaften.

Zu den bekanntesten Lagen zählen sicher die seitens des Verbandes der Prädikatsweingüter ausgezeichneten Lagen. Aber auch dazwischen gibt es Schätze zu entdecken, sogar inmitten des Rheins auf der kleinen Insel Marienannenaue. Hier baut das Weingut Schloss Rheinhartshause zum Beispiel die historische Rebsorte Roter Riesling an.

Die Spitze in Weinbau (und Preis) zeichnen natürlich die Weine aus den Großen Lagen aus:

Top 5 VDP Große Lagen im Rheingau

  • Rüdesheimer Berg Schlossberg: Bekannt für seine steilen Hänge und außergewöhnlichen Rieslinge.
  • Geisenheimer Rothenberg: Ein Juwel unter den Weinlagen mit exzellenten Weinen.
  • Johannisberger Hölle: Berühmt für seine traditionellen und eleganten Rieslinge.
  • Erbacher Marcobrunn: Eine Lage mit historischem Ruf und hervorragenden Weinen.
  • Winkeler Jesuitengarten: Eine erstklassige Lage, die für ihre feinen Weine bekannt ist.

Ich gebe es aber gerne zu, ich bin ein etwas größerer Freund der Ersten Lagen, nicht nur im Rheingau und nicht nur beim Riesling. Große Gewächse kosten in der Regel ab 40 Euro pro Flasche, das ist für mich nichts für den Alltag. Für mein ganz persönliches Preis-Genuss-Verhältnis sind die Ersten Lagen bestens geeignet, die liegen meist um die 15 Euro pro Flasche.

Top 5 VDP Erste Lagen im Rheingau

  • Hallgartener Hendelberg: Bietet Weine mit feiner Mineralität und Tiefe.
  • Hattenheimer Wisselbrunnen: Berühmt für seine harmonischen und ausgewogenen Rieslinge.
  • Kiedricher Gräfenberg: Eine Lage, die für ihre konzentrierten und komplexen Weine geschätzt wird.
  • Rauenthaler Baiken: Eine kleinere, aber herausragende Lage mit besonderem Charakter.
  • Hochheimer Hölle: Bekannt für seine kräftigen und langlebigen Weine.

Touristische Highlights im Rheingau

Der Rheingau ist aber nicht nur ein Zentrum des Weinbaus, sondern auch ein Magnet für Touristen, Wochenend-Touristen und Ziel für Tagesausflügler aus Frankfurt, die das einzigartige Flair dieser Region erleben möchten.

  1. Rüdesheim am Rhein: Diese charmante Stadt ist bekannt für ihre, nennen wir sie mal positiv „historische“, Drosselgasse, eine lebendige Straße voller traditioneller Weinstuben und uriger Geschäfte. Die Seilbahnfahrt zum Niederwalddenkmal bietet atemberaubende Ausblicke auf die Weinberge und den Rhein. Auch ziemlich historisch, aber macht jedes Mal wieder Spaß und ist ein schöner Auftakt für eine Wanderung durch die Weinberge.
  2. Kloster Eberbach: Dieses historische Kloster, eine Perle der romanischen Architektur, ist nicht nur ein Ort tiefer Ruhe und Besinnung, sondern auch ein Schauplatz des berühmten Films „Der Name der Rose“. Die alten Mauern und der charmante Klosterweinladen sind ein Muss für jeden Besucher.
  3. Schloss Johannisberg: In dieser weltberühmten Weinlage liegt das Schloss Johannisberg, das für seine Rolle in der Geschichte des Rieslings bekannt ist. Eine Weinprobe in diesem historischen Ambiente ist ein unvergessliches Erlebnis. Außerdem kann man wunderbar über den Rhein hinüber auf die sogenannte „ebsch Seite“ schauen, wie Rheinhessen hier im Rheingau gerne spöttisch genannt wird.
  4. Rheinsteig-Wanderweg: Für die Aktiven bietet der Rheinsteig, ein Premium-Wanderweg, spektakuläre Aussichten und die Möglichkeit, die Schönheit der Rheinlandschaft hautnah zu erleben.

Kulturelle Veranstaltungen im Rheingau

Der Rheingau glänzt mit einem reichen Kalender an kulturellen Ereignissen:

  1. Rheingau Musik Festival: Eines der größten Musikfestivals Europas, das in verschiedenen historischen Spielorten der Region stattfindet. Von klassischer Musik bis Jazz – hier kommt jeder Musikliebhaber auf seine Kosten.
  2. Rheingauer Weinwoche in Wiesbaden: Bekannt als eines der größten Wein- und Volksfeste in Deutschland. Hier können Besucher aus einer Vielzahl von Weinen der Region probieren und die lokale Küche genießen.
  3. Rüdesheimer Weihnachtsmarkt der Nationen: Ein einzigartiger Weihnachtsmarkt, der traditionelles deutsches Weihnachtsflair mit internationalen Bräuchen verbindet.

Freizeitaktivitäten im Rheingau

Abseits der Weinberge und historischen Sehenswürdigkeiten bietet der Rheingau eine Fülle von Freizeitaktivitäten:

  1. Weinwanderungen und -verkostungen: Entdeckt die Weinberge zu Fuß oder bei einer geführten Tour und genießen Sie dabei die lokale Gastfreundschaft und exzellente Weine. Ist auch besser für die Verkehrssicherheit…
  2. Fahrradtouren entlang des Rheins: Etwas nervig ist zwar die Hauptstrasse nebenan, aber mit dem Fahrrad lassen sich die Region und die malerischen Landschaften entlang des Flusses bestens erkunden.
  3. Besuche in traditionellen Weingütern: Viele Weingüter bieten Führungen und Verkostungen an, bei denen man mehr über die Kunst des Weinbaus erfahren können. Der Weinhof Martin in Eltville-Erbach bietet im Herbst sogar die „Weinlese mit meinem Winzer an“.
  4. Kulinarische Erlebnisse: Wo gut getrunken wird, wird auch gut gegessen. Und so ist der Rheingau natürlich auch für seine hervorragende Küche bekannt. Regionale Spezialitäten in gemütlichen Gasthäusern und Sternerestaurants.

Der Rheingau ist eine Region, die sowohl das Herz als auch den Gaumen berührt. Mit seiner einzigartigen Kombination aus historischer Bedeutung, kultureller Vielfalt und exzellentem Weinbau bietet der Rheingau ein Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst.

Chardonnay – Taylor Swift unter den Rebsorten

Chardonnay Reben

Chardonnay, allein der ein Name weckt bei Weinliebhabern auf der ganzen Welt Begeisterung, hat seine Wurzeln tief in der französischen Weinbaugeschichte. Es wird angenommen, dass diese Rebsorte im Mittelalter in der Burgund-Region entstanden ist, wo sie auch heute noch einige der weltweit angesehensten Weine hervorbringt. Die Rebsorte ist aus einer natürlichen Kreuzung von Pinot und Gouais Blanc hervorgegangen, zwei Sorten, die damals in Frankreich weit verbreitet waren.

Was macht Chardonnay so besonders? Es ist die unglaubliche Vielfalt an Aromen, die diese Traube bieten kann. Von frischen und fruchtigen Noten wie Apfel, Zitrone und tropischen Früchten bis hin zu reichhaltigeren Tönen von Vanille, Butter und Eiche – die Bandbreite ist enorm und hängt stark vom Anbaugebiet und der Weinherstellung ab.

Chardonnay ist heute eine globale Rebsorte. Sie thront an der Spitze in Ländern wie Frankreich, den USA (insbesondere Kalifornien) und Australien. Aber auch Italien und im deutschsprachigen Raum wird sie angebaut. In Frankreich ist die Burgund-Region, gefolgt von der Champagne, das größte Anbaugebiet. In den USA dominiert Kalifornien mit seinen großartigen Chardonnays, während in Deutschland die Pfalz und Baden die Führung übernehmen.

Einige der berühmtesten Chardonnay-Weine kommen aus dem Burgund, insbesondere aus Regionen wie Chablis und Côte de Beaune. Diese Weine sind bekannt für ihre Eleganz, Komplexität und Langlebigkeit. In der Champagne ist Chardonnay eine der drei Haupttrauben für die Herstellung des weltberühmten Schaumweins.

Chardonnay ist eine anpassungsfähige Sorte, die in einer Vielzahl von Klimazonen gedeiht. In kühleren Klimazonen, wie in Chablis, entwickelt die Traube frische, säurebetonte Weine mit mineralischen Noten. In wärmeren Gebieten, wie in Teilen Kaliforniens, entstehen reichhaltigere, vollmundigere Weine mit stärker ausgeprägten Fruchtaromen und oft einem Hauch von Eiche.

Die Beliebtheit des Chardonnays ist unbestritten. Diese Vielseitigkeit und die Fähigkeit, die Charakteristiken ihres Terroirs widerzuspiegeln, machen sie zu einer Lieblingssorte für Winzer und Weintrinker gleichermaßen. Sie findet sich in jedem Preissegment, von erschwinglichen Alltagsweinen bis hin zu hochpreisigen, sammelwürdigen Flaschen.

Die besten Chardonnay-Weine können eine bemerkenswerte Alterungsfähigkeit aufweisen. Während einige Weine am besten jung getrunken werden, können insbesondere die hochwertigen Burgunder Chardonnays über Jahrzehnte reifen und sich weiterentwickeln. Die Trinkreife variiert je nach Stil und Herkunft des Weins, aber ein gut gemachter Chardonnay wird euch mit seiner Entwicklung über Jahre hinweg überraschen und erfreuen.

Burgund – Herkunft des Chardonnay

Chardonnay ist eine natürliche Kreuzung der Rebsorten Pinot und Gouais Blanc (Heunisch) und hat ihren Ursprung in der Burgund-Region in Frankreich. Ihre Geschichte lässt sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Heute ist Chardonnay in Burgund nicht nur eine Rebsorte unter vielen, sondern ein wahres Aushängeschild. Hier entstehen einige der begehrtesten und teuersten Weißweine der Welt.

Burgund, das Herzstück des Chardonnay-Anbaus, gliedert sich in mehrere Schlüsselregionen. Die größten Anbaugebiete sind:

  • Côte de Beaune: Bekannt für kraftvolle, elegante Weine.
  • Chablis: Berühmt für seinen mineralischen, fast stählernen Charakter.
  • Mâconnais: Produziert zugängliche Weine mit frischer Fruchtigkeit.
  • Côte Chalonnaise: Etwas im Schatten der größeren Regionen, aber mit eigenem Charme.
  • Côte de Nuits: Obwohl bekannt für Rotweine, gibt es hier auch ausgezeichnete Chardonnays.

In diesen Gebieten macht Chardonnay oft einen großen Teil der Rebflächen aus und ist zentral für das Weinprofil der Region. Innerhalb dieser Regionen gibt es zahlreiche bekannte Orte und Lagen, die für außergewöhnlichen Chardonnay stehen:

  • Montrachet: Ein Name, der unter Kennern Ehrfurcht hervorruft.
  • Corton-Charlemagne: Ein weiteres Juwel mit großartigem Potenzial für Alterung.
  • Pouilly-Fuissé: Im Mâconnais gelegen, bekannt für seinen charaktervollen Chardonnay.

Chardonnay dominiert in vielen dieser Gebiete, obwohl die genauen Anteile variieren. In Regionen wie Chablis und Côte de Beaune ist Chardonnay die unangefochtene Königin.

Das Klima in Burgund ist gemäßigt mit kalten Wintern und warmen Sommern. Dieses Klima, zusammen mit den einzigartigen Bodenbedingungen – von Kalkstein in Chablis bis zu Ton und Mergel in der Côte de Beaune –, ist ideal für den Chardonnay. Diese Bedingungen tragen zu einer langsamen, gleichmäßigen Reifung bei, die die Aromen und die Säurestruktur der Trauben hervorragend entwickelt.

In Burgund sind traditionelle Anbaumethoden immer noch weit verbreitet. Viele Winzer setzen auf manuelle Arbeit und nachhaltigen Weinbau. Bei der Weinbereitung herrscht eine Mischung aus Tradition und Moderne. Viele Weine werden in Eichenfässern ausgebaut, was ihnen zusätzliche Komplexität und Tiefe verleiht.

Vergesst den Champagner nicht!

Noch etwas weiter nördlich von Chablis liegt die Champagne, für die die Rebsorte ebenfalls von größter Bedeutung ist. Denn für Champagner werden nahezu ausschließlich drei Rebsorten verwendet: Die beiden roten Rebsorten Pinot Noir (Spätburgunder) und Pinot Meunier (Schwarzriesling) sowie die weiße Rebsorte Chardonnay. Beim „Blanc de Blanc“, dem „Weißen aus weißen“ steuert sie sogar sortenrein 100 % zum Inhalt bei.

Die weltweite Verbreitung der Rebsorte

Chardonnay zeigt eine erstaunliche Anpassungsfähigkeit und Vielseitigkeit. Das ist auch ein wesentlicher Grund seiner weltweiten Verbreitung. Natürlich neben seiner Beliebtheit bei Weinliebhabern und Weinkennern. In der Neuen Welt hat Chardonnay eine beeindruckende Transformation durchlaufen. Von Kalifornien bis nach Neuseeland hat diese vielseitige Rebsorte verschiedenste Anbaugebiete erobert und dabei eine spannende Palette an Geschmacksprofilen entwickelt. Außerhalb Frankreichs sind wichtigsten Anbaugebiete weltweit:

  • USA (Kalifornien): In Kalifornien ist der Ausbau in Eichenfässern weit verbreitet, was zu opulenten Stilen führt. Mit Regionen wie Napa Valley, Sonoma County und Santa Barbara. Kaliforniens warmes Klima und vielfältige Böden ermöglichen kraftvolle, oft eichenbetonte Chardonnays.
  • Australien: Australien nutzt sowohl Edelstahltanks als auch Eichenfässer, um verschiedene Stile zu kreieren. Als Anbaugebiete sind besonders Margaret River, Yarra Valley und Adelaide Hills hervorzuheben. Das gemäßigte Klima und die unterschiedlichen Bodentypen erzeugen sowohl frische als auch vollmundige Stile.
  • Chile: Mit Anbaugebieten wie Casablanca Valley, Maipo Valley und Leyda Valley. Chiles kühle Küstenregionen sind ideal für frische und mineralische Chardonnays. In Chile wird oft auf einen dezenten Einsatz von Eichenholz gesetzt.
  • Argentinien: Vor allem Mendoza und Uco Valley. Die Höhenlagen und das trockene Klima führen zu konzentrierten und aromatischen Weinen.
  • Neuseeland: Neuseeland bevorzugt meist einen frischen, fruchtigen Ausbau. Marlborough und Hawke’s Bay sind hier besonders zu nennen. Das kühle Klima erzeugt lebhaft fruchtige Chardonnays.
  • Südafrika: Mit Walker Bay, Stellenbosch und Elgin. Die Weine profitieren vom gemäßigten Klima und zeigen oft eine schöne Balance aus Frucht und Mineralität. In Südafrika findet man sowohl traditionelle als auch moderne Weinbereitungsmethoden.

In Deutschland genießen Weine aus der Neuen Welt einen guten Ruf, besonders für ihre Vielfalt und Qualität. Chardonnay aus diesen Regionen hat eine treue Anhängerschaft und einen wachsenden Anteil am Gesamtweinmarkt. Die Beliebtheit spiegelt die globale Anerkennung dieser Rebsorte wider, die für ihre Anpassungsfähigkeit und ihren vielfältigen Charakter geschätzt wird.

Anbau im deutschsprachigen Raum

Gerade im Vergleich zu den hier traditionellen Rebsorten muss man sagen, dass der Chardonnay im deutschsprachigen Raum nur eine Nebenrolle spielt. Diese Nebenrolle spielt er aber zum Teil ganz hervorragend, zahlreiche Chardonnays müssen den Vergleich mit ihren Vertretern aus den „typischen“ Ländern weniger und weniger scheuen. 

In Deutschland und Österreich variieren die Geschmacksprofile von cremig und fruchtig bis hin zu straff und mineralisch. Südtiroler Chardonnays bestechen durch ihre Balance und Eleganz. In der Schweiz überzeugen die Weine durch ihre Struktur und Komplexität.

Nachfolgend ein Überblick, wie sich die Rebsorte in diesen Gebieten etabliert hat und welche einzigartigen Charakteristiken sie hier annimmt.

Wo wir Chardonnay in Deutschland finden

  • Pfalz: Als eines der wärmsten Weinbaugebiete Deutschlands bietet die Pfalz ideale Bedingungen für Chardonnay. Die Weine zeichnen sich durch ihre Fruchtigkeit und Cremigkeit aus.
  • Baden: Mit dem wärmsten Klima in Deutschland entstehen hier überwiegend vollmundige und strukturierte Chardonnays.
  • Franken: Bekannt für mineralische und straffe Weine, profitiert Franken von seinen kalkreichen Böden.
  • Württemberg und Rheinhessen: Beide Regionen produzieren Chardonnays, die Frische und Fruchtigkeit mit einer angenehmen Säure vereinen.

Anbaugebiete in Österreich, Südtirol und die Schweiz

In Österreich findet sich Chardonnay vor allem im Burgenland. Mit seinem warmen Klima entstehen hier vollmundige Chardonnays. Die vergleichsweise kühleren Bedingungen in der Steiermark (wo der Name „Morillon“ führend ist für Chardonnay) führen zu frischen, lebendigen Weinen mit markanter Säure.

In Südtirol beeindrucken die Chardonnays mit ihrer Eleganz und Frische, besonders aus Gebieten wie dem Überetsch und dem Unterland. Die Kombination aus mediterranem Klima und alpinen Einflüssen ergibt ausgewogene und aromatische Weine.

Die Schweiz, besonders das Wallis, ist bekannt für seine hochwertigen Chardonnays, die von den mineralreichen Böden und dem gemäßigten Klima profitieren. Aber auch Graubünden als Anbaugebiet möchte ich nicht unerwähnt lassen, schon alleine wegen der hervorragenden Chardonnay des Winzerehepaares Martha und Daniel Gantenbein aus den Dorf Fläsch. 

Chardonnay als Speisebegleiter

Für mich ist Chardonnay einer der vielseitigsten und beliebtesten Weine, wenn es um die Begleitung von Speisen geht. Er ist ein wahrer Chamäleon. Je nach Anbaugebiet, Klima und Kellerarbeit und natürlich Reifegrad bzw. Jahrgang kann er von leicht und frisch bis hin zu reichhaltig und üppig variieren. Diese Bandbreite ermöglicht es Chardonnay, ein breites Spektrum an Speisen zu begleiten. Der Schlüssel liegt in der Balance von Säure, Frucht und Körper des Weins, die harmonisch mit den Aromen und Texturen der Speisen korrespondieren soll.

  • Meeresfrüchte, insbesondere Garnelen und Krabben: Ein leichter Chardonnay mit seiner frischen Säure harmoniert wunderbar mit dem zarten, süßlichen Geschmack von Meeresfrüchten.
  • Gebratener oder gegrillter Fisch: Ein mittelschwerer Chardonnay, eventuell mit einem Hauch von Eichenreifung, ergänzt die reichhaltigen Aromen von gebratenem Fisch hervorragend.
  • Pasta mit Sahnesauce: Die cremige Textur eines vollmundigen Chardonnays passt ausgezeichnet zu Pasta in Sahnesauce. Der Wein schneidet durch die Reichhaltigkeit der Sauce und sorgt für ein ausgewogenes Geschmackserlebnis.
  • Hühnchen in Sahnesoße, auch Züricher Geschnetzteltes: Die cremige Textur und der volle Körper eines reichhaltigen, idealerweise schon 3-5 Jahre gereiften Chardonnays sind eine perfekte Ergänzung zu Gerichten mit Sahnesoßen.
  • Vegetarische Pasta oder Risotto: Ein mittelschwerer Chardonnay passt gut zu Gerichten mit einer gewissen Fülle, aber ohne übermäßige Schwere.
  • Leichte Käseauswahl: Besonders Ziegenkäse oder junger Brie harmonieren ausgezeichnet mit der Frische und der dezenten Fruchtigkeit eines Chardonnays.
  • Gegrilltes Gemüse: Der Wein kann die natürlichen Aromen des Gemüses unterstreichen, ohne sie zu dominieren.

Die Fähigkeit des Chardonnays, sich an eine Vielzahl von Gerichten anzupassen, macht ihn zu einem Favoriten für Feinschmecker und Weinliebhaber. Egal ob Du ein romantisches Abendessen oder ein großes Fest planst, mit Chardonnay an Deiner Seite hast Du immer den passenden Wein parat. 

Weinwanderweg durch Stuttgarts Weingärten

Rosen und Reben am Weinwanderweg

Für die Wanderfreunde unter den Weinliebhabern bietet die Weinbauregion Stuttgart zahlreiche besondere Weintripps. Am vergangenen Wochenende sind wir den Stuttgarter Weinwanderweg gewandert. Die Weinwanderung beginnt in Obertürkheim und verläuft über Uhlbach, Rotenberg und Untertürkheim. Der Ausflug in die Reben bzw. durch die Reben dauert etwa vier Stunden – ohne Pause. Am Ende standen etwa 13 km und umgerechnet 67 erklommene Stockwerke auf dem Display meines Handys. Eine Grundlage an Kondition sollte man also durchaus mitbringen für den Ausflug.

Der Weinwanderweg startet in Obertürkheim

Obertürkheim liegt quasi vor den Türen von Stuttgart. Die Anreise aus der Stadtmitte zum Bahnhof von Obertürkheim dauert sowohl mit dem Auto als auch mit der S-Bahn nur 15 bis 20 Minuten. Noch am Bahnhofsvorplatz beschreibt eine Tafel den Weinwanderweg und informiert über die geöffneten Besenwirtschaften entlang der Route.

Wegweiser am Bahnhof Obertürkheim
Wegweiser und Routenplaner durch die Weingärten und zu den Besenwirtschaften

Am Bahnhof von Obertürkheim angekommen überquert man die Hauptstrasse, biegt vor dem Hotel „Brita“ und nach dem Hotel rechts in die Uhlbacher Strasse ab. Ab hier beginnt der Weinwanderweg und die Reise in die Welt der Stuttgarter „Wengerter“, wie sich die Weingärtner hier nennen.

Ehemaliges Schultheißenwohnhaus am Weinwanderweg
Auch das bietet der Weinwanderweg: Fachwerkbaukunst aus dem 17. Jh. in der Uhlbacher Strasse

Kurz nach der (theoretischen) Möglichkeit einer ersten Einkehr im Sonnen-Besen des Weingutes Zaiß, geht es links Richtung die Kirchsteige hinauf. Der Anstieg zur Kirche und zum Friedhof hat es schon etwas in sich, zumal bei knapp 30 Grad. Nach (!) dem Anstieg bräuchte man eine Besenwirtschaft, nicht vorher. Aber wir sind noch frisch und verlassen die Ortschaft. Die letzten Ausläufer von Obertürkheim liegen rechts unter uns, vor uns liegen die Weinberge, deren Rebzeilen sich gen Himmel ziehen. In der Ruhe der Weinberge hören wir nur noch Zwitschern von Vögeln. Fast zumindest. Denn in der Ferne fangen plötzlich die Glocken des Rathauses von Uhlbach an, „Muss i denn zum Städele hinaus“ zu spielen. Ein wenig kitschig, aber unterm Strich doch ganz lustig, die kurzfristige musikalische Untermalung unseres Weintripps.

Auf dem Weinwanderweg Blick Richtung Uhlbach
Obertürkheim weitestgehend hinter uns, die weiten Weinberge vor uns

Weinbaumuseum Stuttgart in Uhlbach

Nach den ersten zwei Kilometern auf dem Weinwanderweg erreichen wir Uhlbach, hier genauer gesagt das Weinbaumuseum Stuttgart. Beheimatet in der „Alten Kelter“ bietet das Museum einen Überblick über 2.000 Jahre Weinbau, von der Römerzeit bis heute.

Der Weinwanderweg führt zum Weinmuseum und zum Rathaus in Uhlbach
Das Rathaus von Uhlbach und links das Weinmuseum, das 1979 aus der „Alten Kelter“ entstanden ist

Zwölf Themen  umfasst die Ausstellung, von der Geschichte des Weinbaus und Einblicken in die Arbeit der „Wengerter“ über Wissenswertes über Anbau und Rebflurbereinigung bis hin zu Schädlingsbekämpfung und der Lese des Weins.

Baumpresse im Weinbaumuseum Stuttgart
Zahlreiche historische Ausstellungsstücke lassen die Entwicklung der Weinbaugeschichte nachvollziehen

Nach einem Rundgang durch 2.000 Jahre Weinbaugeschichte und Weinkultur können in der museumseigenen Vinothek Stuttgarter Weine verkostet werden. Im monatlichen Wechsel stehen jeweils 20 Weine auf der Karte. Sie stammen natürlich alle aus den Weinlagen, durch die uns der Weinwanderweg führt.

Schautafeln erzählen die Geschichte des Weinbau in Stuttgart
Eine der zahlreichen Schautafeln informiert auf einen Blick auch über Weingüter von Stuttgart

Auf dem Weinwanderweg von Uhlbach nach Rotenberg

Neben der Vinothek im Weinbaumuseum laden in Uhlbach zahlreiche weitere Restaurants und Besenwirtschaften zu einer Pause ein. Da der Weg noch weit ist, begeben wir uns ohne Rast auf den weiteren Weg. Er verläuft rechts des Museums an der Pfarrkirche St. Andreas vorbei mit ihrem markanten, achteckigen Turm und den glänzend lasierten Dachziegeln. Nach einigen hundert Metern lassen wir Uhlbach hinter uns und gelangen in den meiner Meinung nach schönsten Teil der Weinwanderung. Denn die nächsten etwa drei Kilometer führen uns mitten in die Weinberge mit einem herrlichen Talblick hinter und dem Anblick der Grabkapelle Rotenberg vor uns. Die Kapelle thront auf dem Württemberg, hoch über den Weinbergen und der Stadt Stuttgart. Der Blick über die Stadt und das Neckartal zählt zu den schönsten Aussichtspunkten von Stuttgart – und genau daran ist die Stadt nun wirklich nicht gerade arm.

Aufstieg zur Grabkapelle auf dem Württemberg
Durch die Weinlandschaft bergauf nach Rotenberg und zur Grabkapelle auf dem Württemberg

Rotenberg und die Grabkapelle auf dem Württemberg

Die Grabkapelle ist ein Mausoleum, das König Wilhelm I. von Württemberg für Seite zweite Frau Katharina Pawlowna (1788–1819) errichten liess. König Wilhelm I. (1781–1864) selbst, sowie ihre gemeinsame Tochter Marie Friederike Charlotte von Württemberg (1816–1887) sind ebenfalls in der Grabkapelle bestattet. Ein Besuch des Kapellenraums und der Gruft ist absolut lohnenswert, nicht allein wegen der Pause, die zu diesem Zeitpunkt der Wanderung gut tut. Der Eintritt kostet 4 Euro für Erwachsene, Familien zahlen 10 Euro.

Weiter geht es in Rotenberg noch ein paar hundert Meter bergauf, bevor der Weinwanderweg nach links abbiegt und wir das Dorf wieder hinter uns lassen.

Weinderweg durch Rotenberg
Ehemaliger Weingärtner in Rotenberg

Rotenberg liegt über uns
Weinwanderweg unterhalb von Rotenberg in Richtung Untertürkheim

An dieser Stelle muss ich aber leider etwas Kritik üben. Ein Weinwanderweg zieht in der Regel an Wein und Weinbau interessierte Wanderer an. Für diesen Zweck finde ich die Inszenierung des Weinwanderweges nicht gut, ich würde der Inszenierung allenfalls die Note „ausreichend“ geben. Das machen andere Weinbauregionen besser. Die Wanderung führt durch den Großteil der Weinlagen von Stuttgart. Ich hätte mir eine Kennzeichnung der Weinlagen gewünscht. Zudem haben es die Winzer verpasst, ihre Parzellen zu kennzeichnen und dadurch auf sich und auf ihre jeweils angepflanzten Rebsorten aufmerksam zu machen. Ich bin mir sicher, die Herkunft würde mehr Weinliebhaber interessieren als nur mich. Stuttgart, das kannst Du besser! Und wenn Du gerade dabei bist – die Beschilderung der Wegstrecke könnte auch eine Überarbeitung gebrauchen. So aus Perspektive eines guten Standortmarketings…

Das Collegium Wirtemberg am Weinwanderweg

Immerhin, das Collegium Wirtemberg, eine Weingärtner-Genossenschaft und mit seinen beiden Keltern in Uhlbach und Rotenberg größter Weinerzeuger in Stuttgart, beschildern den Weg zwischen Uhlbach und Rotenberg mit Info-Tafeln über die gängigsten Rebsorten. Etwa 30 Minuten nachdem wir Rotenberg verlassen haben, passieren wir die Kelter Rotenberg des Collegium Wirtemberg. Leider hat sie am Sonntag nicht geöffnet, die Terrasse mitten in den Reben hätte uns sicher eine zweite Pause machen lassen.

Kelter Rotenberg am Weinwanderweg
Kelter Rotenberg des Collegium Wirtemberg mit herrlicher Sonnenterrasse in den Weinbergen

Oberhalb von Untertürkheim zurück

Der Weg von Rotenberg zurück nach Obertürkheim ist zwar noch lang, aber es geht ab nun immer leicht bergab und so ist der Rückweg kein bisschen beschwerlich. Bis zurück zur Kirche in Obertürkheim verläuft der Wanderweg ausschließlich durch Rebhänge – nur der Ausblick verändert sich, je näher wir wieder dem Neckar kommen.

Denn hier zwischen Unter- und Obertürkheim ist der Neckar nicht etwa ein bilderbuchhafter Anblick, sondern er fließt entlang der Motoren-, Getriebe- und sonstigen Werke von Daimler und am Stromversorger EnBW vorbei. Aber das sind halt genau die reizvollen Kontraste, die zu Stuttgart gehören wie die Docks in Hamburg gegenüber dem Elbstrand.

Weinwanderweg oberhalb des Neckar in Untertürkheim
Blick aus den Weinbergen Richtung Neckar und Stuttgarts wichtigster Industrie

Unten angekommen verändert sich auch mein Blick auf den Sonnen-Besen des Weingutes Zaiß. Jetzt haben wir uns dort einen Schoppen Weißwein verdient und eine Vesper mehr als verdient!

 

Trotz der kleinen Einschränkung einer verpassten Inszenierung, der Weintripp durch Stuttgarts Gärten lohnt sich! Ob man nun Weinliebhaber ist oder nicht, der Ausflug ist definitiv sehr schön und eine Empfehlung wert. Abschließend noch der Link zum P+R Parkplatz am Bahnhof Obertürkheim bzw. zum S-Bahn Fahrplan:

Anfahrt (via Google Maps)

 

Grüner Veltliner – vom Heurigen nach New York

Grüner Veltliner oder auch Weißgipfler ist eine Weißweinsorte, die überwiegend in Österreich anzutreffen ist. Mit gut 14.000 ha Rebfläche ist sie die am häufigsten angebaute Rebsorte in Österreich. Anzutreffen ist sie dort vor allem in Niederösterreich, in der Wachau, im Kremstal und im Kamptal.

Beim Grünen Veltliner handelt es sich um einen in der Nase sehr intensiven Wein mit vorwiegenden Aromen von Apfelblüten, Pfeffer, Kräutern, Pfirsich und Zitrusfrüchten. Die einfacheren Weine der Rebsorte sind leicht und spritzig. Die Premium-Weine sind durchaus etwas voller, ihre Aromen weniger grün. Dafür können sie zusätzliche Noten von Honig oder auch Mango mitbringen.

Glückliche Wiederbelebung

Jahrzehntelange fristete der Grüne Veltliner in Österreich ein (berechtigtes) Schattendasein als billiger und einfacher Schankwein oder Grundlage für Schorlen beim Heurigen. Erst seit den 1990er Jahren wird mit ihm ähnlich (oder noch stärker) qualitätsbewusst gearbeitet wie mit dem Riesling. Sein Aufstieg ist Winzern aus der Wachau wie F. X. Pichler, Emmerich Knoll, Franz Türk, sowie der Familie Bründlmayer aus dem Kamptal zu verdanken. Sie setzen kompromisslos auf Qualität und heben das volle Potential dieser Rebsorte. Mit großen Erfolgen bei Weinliebhabern und in der Spitzengastronomie.

Grüner Veltliner außerhalb von Österreich

Die Rebsorte findet sich vereinzelt auch in Deutschland und Südtirol, sogar in den USA, in Australien und Neuseeland wird sie angebaut. Mengenmäßig findet außerhalb von Österreich jedoch kein wirklich nennenswerter Anbau des Grünen Veltliners statt. Die Wahrnehmung als Nationalrebsorte hat ihn zu einem Exportschlager des österreichischen Weinanbaus werden lassen. Auch in den hippen Szenebars in New York prostet man sich gerne mit einem Glas „Gruner“ oder „Groovy“ zu.

Meine Top-10 Grüne Veltliner

Die Aufstellung meiner Favoriten ist durchaus bewusst lebendig. Es handelt sich jeweils um meine derzeit beliebtesten Weine dieser Rebsorte, die ich gerne empfehle: