Cabernet-Sauvignon – Star des Bordeaux und der Welt

Cabernet-Sauvignon ist eine dunkle Traubensorte, die für Weine mit tiefer Farbe, hohem Tanningehalt und ausgeprägter Säure steht. Typisch für sie ist ein Aroma von schwarzen Früchten wie Schwarze Johannisbeere und Schwarzkirsche. Dazu gesellen sich oft noch leichte Kräuternoten wie Paprikaschote oder Minze. Gute Cabernet-Sauvignon werden häufig in Eichenholzfässern ausgebaut. Das mildert die Tannine und sorgt für zusätzliche Aromanoten von Vanille, Kaffee oder Leder.

Bordeaux, die Heimat des Cabernet-Sauvignon

An den Ufern der Gironde, die durch den Zusammenfluss der beiden Flüsse Dordogne und Garonne entsteht, ist ihre Heimat. Von dort kommen auch die bedeutendsten Rotweine des Bordeaux, typischerweise Cuvées aus Cabernet-Sauvignon, Merlot und Cabernet Franc. An den rechten Ufern aus den Gebieten Saint-Émilion und Pomerol, an den linken Ufern aus dem Médoc und Haut-Médoc.

Die weltweit am häufigsten angebaute Rebsorte hat übrigens reichlich weltberühmte Eltern: Entstanden ist sie – vermutlich im Bordeaux – aus einer natürlichen Kreuzung der Rebsorten Cabernet Franc und Sauvignon Blanc.

Weltweit zuhause

Sie gehört heute aber über Frankreich hinaus zu den wichtigsten Rebsorten weltweit, die größten Anbaugebiete (nach Frankreich) sind Kalifornien, Australien, Chile und Südafrika. Die Anbaugebiete liegen also sowohl in klimatisch gemäßigten, als auch in heißeren Zonen. Bei ihren Vertretern aus den etwas heißeren Klimazonen sind die Tannine und die kräuterartigen Aromen deutlich weniger stark ausgeprägt, dafür ist der fruchtigere Charakter etwas stärker ausgeprägt.

Winzer in Kalifornien bauen Cabernet-Sauvignon üblicherweise sortenrein aus, nur gelegentlich verschneiden sie ihn nach dem Bordeaux-Modell. In den anderen Anbaugebieten der Welt wird die Rebsorte sowohl sortenrein ausgebaut als auch als Cuvée produziert.

Bedeutung in Deutschland und Österreich

Von den etwa 280.000 Hektar, auf denen die Rebsorte weltweit wächst, entfallen gerade einmal knapp 400 Hektar auf Deutschland. Auch in Österreich zählt die Rebsorte mit knapp 600 Hektar Anbaufläche nicht gerade zu den Lieblingsreben. Dennoch produzieren die in Deutschland und Österreich heimischen Winzer bisweilen hervorragende Ergebnisse mit der Rebsorte. Ein paar davon gehören auch zu meinen Favoriten, die ich am Ende meines Blogposts aufliste.

Cabernet Sauvignon als exzellenter Speisenbegleiter

Cabernet Sauvignon, oft gelobt für seine tiefe Farbe, seine reichen Tannine und sein komplexes Aromenprofil, ist ein idealer Kandidat für ein schönes Essen. Diese Rebsorte bringt Weine hervor, die eine bemerkenswerte Struktur und Langlebigkeit aufweisen, und sie ist bekannt für ihre markanten Aromen von dunklen Früchten wie Brombeere, Cassis und manchmal grüner Paprika, ergänzt durch Nuancen von Zedernholz, Tabak und dunkler Schokolade, besonders wenn der Wein in Eichenfässern gereift ist. Diese Geschmacksprofile und seine robuste Tanninstruktur des ermöglichen es ihm, sich gegenüber reichhaltigen und intensiven Aromen von Speisen zu behaupten, ohne diese zu überwältigen.

  • Steaks und gegrilltes rotes Fleisch: Die klassische Wahl. Er passt einfach perfekt zu einem saftigen Steak oder gegrilltem Lamm, da seine Tannine die Fettigkeit des Fleisches ausgleichen und seine Aromen hervorheben.
  • Wildgerichte: Denken Sie an Hirsch oder Wildschwein. Die intensiven Aromen des Wildfleisches harmonieren wunderbar mit den kräftigen Aromen des Weins.
  • Gereifter Käse: Ein gereifter Cheddar oder Gouda kann die Komplexität des Weines unterstreichen und für ein unvergessliches Geschmackserlebnis sorgen.
  • Schokoladendesserts: Ja, vollkommen richtig gelesen! Ein kräftiger Cabernet Sauvignon kann sich sogar mit dunkler Schokolade messen und eine aufregende Geschmackskombination kreieren.
  • Gerichte mit kräftigen Saucen: Beispielsweise ein Rinderbraten in einer reichhaltigen Rotweinsauce. Seine Aromen ergänzen die Tiefe und Komplexität der Sauce hervorragend.
  • Gegrilltes Gemüse: Für Vegetarier bietet gegrilltes Gemüse wie Auberginen oder Paprika eine ausgezeichnete Begleitung zu einem kräftigen Cabernet Sauvignon.

Cabernet Sauvignon ist nicht nur ein hervorragender Wein für besondere Anlässe, sondern auch ein vielseitiger Speisenbegleiter, der viele Gerichte auf ein neues Level heben kann. Seine Fähigkeit, sich an verschiedene Aromen anzupassen, macht ihn zu einem Liebling für Weinliebhaber und Feinschmecker.

Meine Top-10 Cabernet-Sauvignon

Die Aufstellung meiner Favoriten ist durchaus bewusst lebendig. Zugegeben, sie ist derzeit etwas stark geprägt vom letzten Urlaub. Aber es werden sicher bald neue hinzukommen zu meinen derzeit beliebtesten Weine dieser Rebsorte, die ich gerne empfehle:

  • Rust en Vrede Single Vineyards, Jahrgang 2014, Rust en Verde Wine Estate, Stellenbosch, Südafrika
  • Vergelegen Reserve, Jahrgang 2012, Vergelegen Wine Estate, Somerset West, Südafrika
  • Hartenberg Cabernet Sauvignon/Shiraz (46% C-S, 34% Shiraz, 8% Merlot, 5% Malbec, 4% Mourvedre, 3% Petit Verdot), Jahrgang 2012, Hardenberg Wine Estate, Stellenbosch, Südafrika
  • Hidden Gems (50% C-S, 36% Petit Verdot, 14% Merlot), Jahrgang 2015, Hidden Valley Wines, Stellenbosch, Südafrika
  • One Point Five, Jahrgang 2015, Shafer Vineyards, Napa Valley, Kalifornien, USA

Sauvignon-Blanc – Frische Begleitung zum Essen

Sauvignon-Blanc ist eine weltweit verbreitete Rebsorte, die zu den 20 am häufigsten angebauten Rebsorten der Welt zählt. Nach der Chardonnay Traube ist sie die zweitwichtigste weiße Qualitätssorte. In der Regel werden die Weine sortenrein ausgebaut, lediglich im Bordeaux werden sie häufig mit Sémillon verschnitten und ergeben dort hochklassige, aus meiner Sicht total unterschätzte Weine.

Ein Wein für klare Erwartungen

Klassisch ist der Sauvignon-Blanc ein jugendlich frischer Weißwein mit intensiven Aromen von grünen Früchten (Stachelbeere, Holunderblüte, grüne Paprika, Spargel), Gras und Kräutern. Er besitzt meistens viel Säure, hat meistens einen mittleren Körper und ist fast immer trocken ausgebaut. Einem klassischen Vertreter seiner Rebsorte merkt man an, dass er etwas kühlere Anbaugebiete bevorzugt.

Das Hauptanbaugebiet von Sauvignon-Blanc ist Frankreich, hier insbesondere entlang des Flusses Loire. Aus den Weinbergen der Gemeinden Sancerre und Pouilly-Fumé an der oberen Loire stammen die großen Namen dieser Sorte.

Aber auch in den Weingärten in Italien, Österreich (hier speziell in der Südsteiermark) und Deutschland hält die Rebsorte zunehmend Einzug. Mengenmäßig spielt sie im heimischen Weinbau jedoch noch keine große Rolle. In Deutschland liegt sie gerade einmal etwa um Platz 10 herum der am häufigsten angebauten, weißen Rebsorten. Dennoch beweisen gerade Winzer hier zunehmend, dass auch diese Traube in der Lage ist, unterschiedliche Stile hervorzubringen.

Sauvignon-Blanc in der Welt

Die neuseeländische Südinsel hat sich in den letzten Jahrzehnten als zweite große Region für Sauvignon-Blanc etabliert. Der klassische Stil ist auch hier trocken, säurereich mit den Aromen von grünen Früchten und der Würzigkeit von Kräutern. Aber auch hier experimentieren die Erzeuger zunehmend mit der Rebsorte und versuchen, in ihren Weinen eine größere Individualität zu etablieren.

Weitere große Anbaugebiete liegen in Australien, im Napa Valley in den USA, in Chile und in Südafrika. In den USA tragen die Weine oft den Namen Fumé Blanc. Sowohl aus den USA als auch aus Südafrika kommen sowohl klassische Vertreter der Rebsorte als auch in Holz ausgebaute Sauvignon-Blanc. Sie sind dann in der Regel etwas weniger frisch und fruchtig, dafür nimmt ihnen das Holz etwas von ihrer Säure und ersetzt sie gegen leichte Aromen von Toast oder Lakritze.

Sauvignon-Blanc zum Essen

Der frische Charakter des Sauvignon-Blanc macht ihn zu einem ausgezeichneten Essensbegleiter. Er passt hervorragend zu jeder Form von Fisch und Meeresfrüchten, von gebratenen Garnelen, über Muscheln bis zu Scampi. Aber auch zu manchen Käsesorten passt dieser Wein, denn Salz im Essen verstärkt die Wahrnehmung von Körper im Wein und reduziert gleichzeitig die Wahrnehmung von Säure im Wein.

Meine Top-10 Sauvignon-Blancs

Die nachfolgende Aufstellung ist durchaus lebendig, es handelt sich um meine derzeit beliebtesten Favoriten, die ich gerne empfehle:

  • Sauvignon Sanct Valentin, Jahrgang 2014, Kellerei St. Michael, Eppan, Südtirol, Italien
  • Ex Vero II (90% Sauvignon-Blanc, 10% Chardonnay), Jahrgang 2006, Weingut Werlitsch, Steiermark, Österreich

Merlot – aus dem Bordeaux in die Welt

Die Merlot Traube ist eine dunkle Traubensorte und das Weinanbaugebiet Bordeaux ihre klassische Heimat. Als eine der beliebtesten Rebsorte der Welt wird sie aber auch in nahezu allen Weinregionen der Welt angebaut. Dennoch entfallen etwa 45% der weltweiten Anbaufläche für die Rebsorte auch heute noch auf Frankreich, gefolgt von Italien, den USA, Australien und Chile.

Ein Merlot ist weniger aromatisch, weniger geschmacksintensiv und bringt weniger Tannine und eine geringere Säure mit. Dafür hat er in der Regel mehr Körper und etwas mehr Alkohol. Seine Eigenschaften machen ihn zum idealen Partner für erstklassige Cuvées. Er wirkt Tannin-mildernd und bringt etwas mehr fruchtige Noten aus schwarzen Früchten (Brombeere, dunkle Pflaume, Schwarzkirsche) in den Wein mit ein.

Merlot im Bordeaux

Berühmt ist die Rebsorte als wesentlicher Bestandteil der Bordeaux-Weine. Im Bordeaux, dem zweitgrößten Weinanbaugebiet in Frankreich, werden überwiegend Merlot, Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc angebaut. Eine Nebenrolle spielen noch die Rebsorten Petit Verdot und Malbec. Ein Bordeaux ist in der Regel eine Cuvée aus einer dieser fünf Rebsorten, meistens kommen nur die drei erstgenannten zum Einsatz. Der Merlot hat in der Regel den größten Anteil. Mehr zum Bordeaux findest Du hier (weiterlesen).

Sortenreiner Merlot

Der berühmteste, zumindest fast sortenreine Merlot, kommt ebenfalls aus Bordeaux, genauer aus dem Weinanbaugebiet Pomerol. Für einen Pétrus vom gleichnamigen Château Pétrus muss man übrigens tief in den Geldbeutel greifen. Auf Preise zwischen 600 Euro und 3.000 Euro sollte man sich einstellen.

In Europa sind sortenreine Weine ansonsten eher selten zu finden, bekannt dafür ist lediglich noch das Tessin als Weinanbaugebiet in der Schweiz. Was nicht heissen soll, dass es nicht auch in Deutschland oder Italien vereinzelt Winzer gibt, die ihn sortenrein vinifizieren. Bekannte Anbaugebiete für sortenreine Merlots liegen ansonsten in den USA und in Chile.

Meine Top-10 Merlots

Die nachfolgende Aufstellung ist durchaus lebendig, es handelt sich um meine derzeit beliebtesten Favoriten, die ich gerne empfehle:

Drautz-Able – das Weingut mit den drei Tauben

Auch Events sind bei Drautz-Able möglich

Am Stadtrand von Heilbronn, am Fuß des Wartberges liegt das traditionsreiche, württembergische Weingut Drautz-Able. Die Geschichte des Familienbetriebes reicht weit zurück, mehr als 500 Jahre bis ins Jahr 1495. Heute wird das Weingut gemeinsam von Monika Drautz und ihrem Sohn Markus geführt. Das Familienteam komplettiert seine Frau Stephanie de Longueville-Drautz, die uns erfrischend sympathisch und sehr aufmerksam als Gastgeberin durch unsere Weinprobe führte. Aber dazu später mehr.

Liebe zum Frieden, zur Innovation und zur Qualität

Die Taube ziert das Logo und die Etiketten
Tradition, modern interpretiert

Eine Taube zierte über viele Jahrzehnte das Familienwappen und findet daher auch heute noch auf jedem Etikett ihren Platz. Das Friedenssymbol geht zurück auf die mittelhochdeutsche Übersetzung des historischen Familiennamens Drudaz, „der friedliebende Freund“.

Auf ihrer Tradition ruht sich die Familie Drautz jedoch keinesfalls aus. Im Gegenteil, sie steht seit vielen Jahren für die Pioniere in der deutschen Winzerszene. Bereits Markus Drautz‘ Vater war ein Visionär seiner Zunft. Er war 1986 Gründungsmitglied der Hades-Gruppe, einer Vereinigung der sechs schwäbischen Winzer: Fürst zu Hohenlohe (H), Graf Edelmann (A), Drautz-Able (D), Ellwangen (E), sowie dem Sonnenhof und dem Staatsweingut Weinsberg (S). Gemeinsam verfolgten sie die Mission, den Ausbau deutsche Weine im Barrique-Fass zu fördern. Neben dem Einsatz der kleinen Fässer aus Eichenholz vereinbarte die Gruppe diverse Kriterien zur Steigerung der Weinqualität. Markus Drautz führt die familiäre Tradition zur Innovation offensichtlich weiter. Denn seine Philosophie „Hier spricht das Winzerherz und nicht (nur) die Vernunft des Kaufmanns“ stellt die vermeintliche Unvernunft zur Qualität klar über die Quantität. Seit 1994 ist das Weingut Mitglied im VDP, dem Verband deutscher Prädikatsweingüter.

Weinprobe bei Drautz-Able

Wie häufig in Württemberg dominiert der Lemberger auch das Sortiment des Weingutes Drautz-Able. Etwa 60% der Rebfläche ist mit roten Sorten bepflanzt. Neben Lemberger werden Trollinger, Dornfelder, Merlot und Samtrot angebaut. Letzteres ist eine in Württemberg beheimatete Mutation des Schwarzriesling und zählt zur Familie der Burgunderreben. Die Weißweine von Drautz-Able reichen von Weissburgunder, Grauburgunder, Muskateller, Gewürztraminer, natürlich dem Riesling bis hin zum im Barrique ausgebauten Sauvignon Blanc. Die einfacheren VDP Guts- bzw. Ortsweine liegen preislich zwischen 8 und 12 Euro. Die Preise der Ersten bzw. Großen Lagen liegen zwischen 20 und 30 Euro.

Weinprobe an der Theke bei Drautz-Able
Weinprobe bei Drautz-Able

 

Von den einfacheren, weissen Alltagsweinen fand ich den Heilbronner Pinot Gris trocken aus dem Jahr 2016 für 11,90 Euro wirklich bemerkenswert. Ein echter Knaller für einen schönen Sommernachmittag auf dem Balkon, auf der Terrasse oder beim Picknick ist der Blanc de Noir trocken aus dem Jahr 2017 mit dem schönen Namen „Le Petit Pigeon Blanc“. Mit einem Alkoholgehalt von gerade einmal 10 Vol. % kann man diesen Wein schon fast gefahrlos nachmittags trinken. Ab Hof kostet er 5,95 Euro, er ist also auch preislich weit entfernt von Kopfschmerzen.

Den einfacheren Sauvignon Blanc trocken habe ich in der Weinprobe zugunsten des im Barrique ausgebauten Sauvignon Blanc trocken Hades aus dem Jahr 2016 ausgelassen. Zum Glück! Er kann zwar noch gut 1-2 Jahre in der Flasche liegen, seine Qualität beweist er aber schon heute. Das Holz bildet einen guten Kontrast zur Säure und nimmt ihr etwas von der beim Sauvignon Blanc natürlichen Dominanz. Der Preis von 20 Euro für die Flasche ist sehr gut angelegt. Und natürlich liegen seit der Weinprobe ein paar davon auch in meinem Keller.

Die Rotweine von Drautz-Able

Ich gebe es zu, ich bin kein natürlicher Freund des Lembergers. Aber beim Lemberger „R“ trocken Hades aus dem Jahr 2013 hätte ich zumindest beinahe zugegriffen. Er lag 3 Jahre im Barrique, kann gut noch weitere 3-5 Jahre in der Flasche liegen, ist aber bereits heute schon angenehm geschmeidig. Aber das Leben besteht nun einmal aus Entscheidungen, das gilt auch bei einer Weinprobe. Allerdings haben mir zwei weitere Rotweine die Entscheidung für meine persönlichen Highlights letztlich doch einfach gemacht.

Denn der reinsortige Merlot „R“ trocken Hades aus dem Jahr 2011 ist eine Wucht! Ich gebe meine anfängliche Skepsis zu, weil die beiden Schlagwörter Merlot und Deutschland miteinander immer noch eher fremd klingen. Markus Drautz hat mich eines Besseren belehrt. Dunkle Beeren, dunkle Schokolade und etwas Vanille in der Nase, eine vollmundige und samtige Frucht auf der Zunge. Ein sehr schöner Wein!

Das zweite Highlight in Rot war der der Samtrot „R“ trocken Hades Jahrgang 2012. Ein schönes Rubinrot im Glas, der Duft von roten und schwarzen Früchten in der Nase und auch hier eine wunderbar geschmeidige und sanfte Frucht auf der Zunge. Beide Rotweine liegen zwischen 26 und 30 Euro, sind für den entsprechenden Anlass aber meiner Meinung nach wirklich jeden Cent wert.

Modern ist auch der Gastraum
Hell und gastfreundlich

Mein Fazit: Uneingeschränkt Empfehlenswert

Hervorragende Top-Weine zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis in Verbindung mit wirklich hervorragenden Alltagsweinen, die um die 10 Euro und darunter liegen, lassen mich einen Besuch bei Drautz-Able absolut empfehlen. Und on-top kommt noch die Gastlichkeit und Freundlichkeit einer wirklich netten Winzerfamilie. Offenbar befinde ich mich mit meiner Meinung in guter Gesellschaft. Denn obwohl sie keinen eigenen Webshop betreiben, werden etwa 50% der Produktion direkt an Privatkunden verkauft, die dafür offenbar auch gerne nach Heilbronn kommen. Seit meinem Ausflug zum Weingut Drautz-Able kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Und wer jetzt neugierig ist, hier die Adresse und die Kontaktdaten:

Weingut Drautz-Able
Faißtstrasse 23
74076 Heilbronn

Telefon: 07131 177908
eMail: info@drautz-able.de

Anfahrt (via Google Maps)

Weingut Türk – Spitzen Veltliner aus dem Kremstal

Weingut Türk, Hauptgebäude

Auf 75% der 19 ha Rebfläche, die der Winzer Franz Türk aus Stratzing im Kremstal bewirtschaftet, wird Grüner Veltliner angebaut. Die leidenschaftliche Konzentration auf diese Rebsorte zahlt sich offensichtlich aus. Denn qualitativ zählt das Weingut Türk seit Jahren zu den führenden Produzenten in Österreich und erhielt zahlreiche Preise. Auch als Auszeichnung für eine langjährig hohe Qualität aus Weinberg und Weinkeller darf man die Kooperation mit Eckart Witzigmann verstehen. Der mit zahlreichen Sternen prämierte Koch, den Gault-Millau 1994 als Jahrhundertkoch auszeichnete, schätzte den Grünen Veltliner von Franz Türk bereits über viele Jahre. Mit dem Jahrgang 2015 haben die beiden Perfektionisten nach langer gemeinsamer Arbeit einen gemeinsamen Wein auf den Markt gebracht, den Witzigmann als „Mein Grüner Veltliner“ bezeichnet.

Weinprobe im Weingut Türk

Gastraum für Weinproben für Gruppen bis zu 10 Personen
Gastraum des Weingut Türk

Weinproben sind auf dem Weingut Türk nach vorheriger Anmeldung möglich. Es gibt keine ständig geöffnete Vinothek oder einen Verkaufsraum, die Verkostungen werden individuell für die angemeldeten Besucher durchgeführt. Das Weingut Türk ist ein renommierter Familienbetrieb, dessen Wurzeln über Generationen bis in die Anfänge des 18. Jahrhunderts zurück reichen. Und so führte uns auch der älteste Sohn des Hauses durch unsere Weinprobe. Souverän mit großer Fachkenntnis, erfrischend mit großer Leidenschaft – und auch mit großem Stolz auf die Weine seines Vaters stellte er uns das Sortiment des Weingutes vor.

Highlights der Weinprobe

Im Mittelpunkt der Verkostung standen natürlich die für die Region und das Weingut typischen Grüne Veltliner. Die leichteren Einstiegsweine beginnen bei 10 – 14 Euro, die besseren Lagen kosten im Verkauf ab Hof 15 – 25 Euro. Besonders angetan hat es mir persönlich der Veltliner 333 aus dem Jahrgang 2013, eine Cuvée von drei Toplagen, drei verschiedenen Böden und drei verschiedenen Mikroklimata in ihren jeweiligen Lagen. Der Veltliner 333 wurde in einer limitierten Anzahl produziert und soll ein sehr gutes Reifepotential bis 2020 oder 2025 haben. Vielleicht auch 50 Jahre. Vermutlich wird er es bei mir schon schwer haben, das Jahr 2025 zu erleben. Denn auch mein zweites persönliches Highlight, der Grüne Veltliner Kremser Thurnerberg 2016 Erste Lage, den ich gut und gerne bis 2020 im Keller hätte liegen lassen können, ist leider schon weg. Er passt halt aber auch so gut zu asiatischem Essen, was es bei uns zuhause relativ häufig gibt.

Nicht unerwähnt lassen möchte ich zudem den Chardonnay Barrique 2015. Sein Ausbau in französischer Eiche ergänzt das Fruchtige und die dezente Säure eines kühleren Chardonnay mit Aromen von Vanille und  geröstetem Holz. Für unter 18 Euro ist diese Qualität wirklich hervorragend.

Kontinuierliche Suche nach der Verbesserung

Weltneuheit aus dem Jahr 2017, das Bodenetikett vom Weingut Türk
Sorgt für Ordnung im Weinschrank, das Bodenetikett

„Wenn Du aufhörst besser zu werden, hörst Du auf gut zu sein.“ Dieses Motto hat für Franz Türk seit Jahren Gültigkeit. Es bezieht sich aber nicht nur auf seine Arbeit in den Weinbergen und im Weinkeller. Mit der Vorstellung des Bodenetiketts im Frühjahr 2017 brachte das Weingut Türk eine raffinierte Novität in die Weinwelt. Die Idee ist so simpel und genial, dass man sich schon auch wundert, weshalb erst im Jahr 2017 jemand daran dachte. Weinflaschen liegen in der Regel – und liegend lassen sich die Etiketten nicht sehen. Was liegt also näher, als Weinflaschen auch auf dem Boden zu etikettieren! Durch die unterschiedlichen Farbcodes erkennt man auf einen Blick, um welche Rebsorte oder welchen Wein es sich handelt.

Ich persönlich hoffe sehr, dass sich die Erfindung in der Weinwelt durchsetzt. Denn bei aller Tradition – egal was man tut, man sollte nie aufhören besser werden zu wollen. Bei der Leidenschaft, mit der sich auch der Junior bereits für das Weingut Türk einsetzt, kann man davon ausgehen, dass sich Besuche und Weinproben auf dem Weingut Türk noch eine ganze Zeit lang mehr als nur lohnen.

Anfahrt zum Weingut Türk

Das Weingut  Türk liegt in Niederösterreich, im Weinbaugebiet Kremstal in der Gemeinde Stratzing. Es ist sowohl von Krems an der Donau, als auch aus Langenlois jeweils in gut 10 Minuten mit dem Auto erreichbar. Hier findet ihr Kontaktdaten, die Adresse und einen Link zur Routenplanung.

Weingut Türk
Kirchengasse 16
3552 Stratzing, Österreich

Telefon +43 2719 28460

eMail info@weinguttuerk.at

Anfahrt (via Google Maps)

Weingut Nikolaihof Wachau

Kaiserlinde im Innenhof des Weingutes

Um eines vorwegzunehmen, selten wurden wir auf einem “größeren” Weingut so gastfreundlich empfangen und bewirtet wie im Weingut Nikolaihof Wachau in Mautern an der Donau. Und das, obwohl wir uns am Osterwochenende zum Besuch angemeldet hatten, wenige Tage vor der eigentlichen Eröffnung der “Saison”, die im Nikolaihof von Ende April bis Mitte November dauert.

Das historische Städtchen Mautern liegt ziemlich genau gegenüber von Krems auf der anderen Seite der Donau, mit dem Auto 4 km oder 10 Minuten entfernt von Krems. Das Weingut Nikolaihof selbst befindet sich mitten in der Stadt. Wer den Nikolaihof durch das hölzerne Eingangstor betritt, den empfängt ein weitläufiger, ruhiger Innenhof. In seiner Mitte ruht und dominiert eine ausladende, mehr als 100 Jahre alte Kaiserlinde, die im Sommer tagsüber für kühlenden Schatten und abends für romantische Stimmung sorgt. Der Nikolaihof selbst bildet sich aus einem Ensemble ehrwürdiger Gebäude und kann auf eine fast 2.000-jährige Geschichte zurückblicken. Er gilt damit als das älteste Weingut in Österreich. Ein wesentlicher Blickfang im Innenhof des Weingutes ist die Agapitus Kapelle, die im 11. – 12. Jahrhundert auf den Grundmauern einer römischen Basilika errichtet wurde.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts befindet sich der Hof im Besitz der Winzerfamilie Saahs, mit Sohn Nikolaus Saahs jun. als Weinmacher steht mittlerweile die 4. Generation für Qualität – und für ausgezeichnete Weine. Auf einer Rebfläche von 22 Hektar rund um Mautern werden – wie für die Region Wachau üblich – überwiegend Riesling (55%) und Grüner Veltliner (35%) produziert.

Die älteste Holz-Weinpresse der Welt

350 Jahre alte Baumpresse
Größte Baumpresse der Welt

Ein Highlight des Nikolaihof besichtigt man noch bevor man in die alten Kellergewölbe hinabsteigt. Es ist eine über 350 Jahre alte Weinpresse aus Holz, weltweit die größte ihrer Art. Ihr 12 Meter langer Pressbaum wurde in einem Stück aus dem Stamm einer Ulme gefertigt. Auch heute noch ist die Baumpresse funktionsfähig. Jedes Jahr im Oktober wird die historische Baumpresse für die Produktion eines einzigen Fasses in Betrieb genommen. Das historische Pressverfahren ist traditionelle Wachauer Handarbeit und für die Trauben besonders schonend. Weil diese Handarbeit andererseits auch besonders aufwändig ist, wird jährlich nur eine limitierte Anzahl von rund 2000 Flaschen aus diesem Verfahren gewonnen. Die zehnstündige abendliche bzw. nächtliche Pressung soll laut Erzählung ein einzigartiges, fast mystisches Erlebnis bei Kerzenschein sein. Allein dafür muss ich definitiv noch einmal nach Mautern in den Nikolaihof!

Jedem Kind der Familie Saahs wurde ein Holzfass gewidmet
Schöne Familientradition

Im geschichtsträchtigen Weinkeller, der in eine römische Unterkirche gebaut wurde, beeindrucken vor allem die mit Schnitzereien verzierten Holzfässer, die das Ehepaar Christine und Nikolaus Saahs für jedes ihre Kinder anfertigen liess. Da der Nikolaihof seine Weine zum größten Teil in Holzfässern lagert, befinden sich im Keller darüber hinaus noch zahlreiche weitere Holzfässer, die jeweils 2.000 Liter bis 12.000 Liter Wein in sich reifen lassen – manche von ihnen über 20 Jahre lang. Mit einem dieser geduldig gereiften Weine, einem Riesling aus dem Jahrgang 1995, erzielte der Nikolaihof die Höchstpunktzahl von 100 Punkten von Robert Parker. Nikolaus Saahs ist der erste österreichische Winzer, dem diese Auszeichnung gelungen ist.

Pioniere des biodynamischen Weinanbaus

Saahs senior wird in Weinführern gerne mit dem Satz zitiert „Wir sind so altmodisch, dass es schon wieder modern ist.“ Die Winzerfamilie Saahs arbeitet bereits seit Anfang der siebziger Jahre nach den Demeter-Richtlinien, der strengsten Richtung der biologischen Landbewirtschaftung. Das Prinzip besteht darin, so wenig wie möglich in die Natur einzugreifen. Je mehr sich die Reben aus möglichst eigener Kraft gegen Schädlinge “anstrengen” müssen, desto mehr Kraft und Energie gelangen auch in ihre Trauben und dadurch in den Wein. In den Weingärten des Nikolaihof werden also keine Herbizide, keine Pestizide und keine Kunstdünger verwendet – sondern unter anderem Brennesseljauche und Baldriantee. Homöopathie im Weinberg.

Der Natur ihren Lauf lassen, so wenig wie möglich eingreifen und den Weinen viel Zeit geben, sich zu entwickeln. Das ist die Weinbauphilosophie von Nikolaus Saahs. Das kann man auch in seinen Weinen schmecken, sie sind echte Produkte der Natur, keine auf Einhaltung einer geschmacklichen Linie getrimmte Ware.

Weinprobe im Nikolaihof

Am Ende der etwa 20 Minuten langen Führung durch den Nikolaihof hatten wir Glück mit dem Wetter. Die Frühlingssonne zeigte sich und die Weinverkostung konnte trotz der frühen Jahreszeit draußen im Innenhof stattfinden. Wer den Nikolaihof besuchen möchte, sollte wissen, dass er nicht unbedingt für Alltagsweine bekannt ist. Etwa 70% der Produktion exportiert der Nikolaihof in über 40 Länder, vor allem in die USA und nach Japan. In Österreich oder Deutschland sind die Weine auch in der Spitzengastronomie vertreten. Die Weine, die man ab Hof kaufen kann, beginnen preislich zwischen 12 und 15 Euro pro Flasche. Dafür bekommt man sehr elegante Rieslinge, würzige Grüne Veltliner oder interessante unfiltrierte Grüne Veltliner mit dem Beinamen “Zwickl”. Aus den Weinkellern kommen aber auch ebenso viele Weine in Preiskategorien zwischen 30 und 50 Euro pro Flasche.

Riesling aus der antiken Weinpresse
Riesling gepresst wie vor 350 Jahren

Dennoch kamen 12 Weine in die Verkostung und wir waren positiv überrascht, dass sich unter den angebotenen Weinen auch hochpreisigere Raritäten befanden. Mein persönliches Highlight war der 2011 durch das historische Pressverfahren in der Baumpresse gewonnene Riesling. Zudem der Vinothek Riesling aus dem Jahrgang 2000, der 16 Jahre im Eichenholzfass lagerte. Was sage ich, er lagerte nicht einfach dort, er hat dort auf mich gewartet. Also konnte ich leider trotz der Flaschenpreise von 65 bzw. 90 Euro nicht anders, ich musste jeweils eine Flasche von den beiden Weinen haben. Weil die Weine vom Nikolaihof halt nun einmal keine Alltagsweine sind, sondern Besonderheiten. Und an einem besonderen Tag werden sie mir schöne Geschichten über Tradition, Handwerkskunst, die Zeit und Nachhaltigkeit erzählen.

Im Nachhinein bedauere ich es, zu früh im Jahr zum Nikolaihof gekommen zu sein. Ich habe die Weinstube verpasst und vor allem die Möglichkeit auf ein Abendessen unter der Kaiserlinde. Ich komme also wieder!

Nikolaihof Wachau
Nikolaigasse 3
3512 Mautern, Wachau, Österreich

+43 2732 829 01

eMail: wein@nikolaihof.at

Anfahrt (via Google Maps)

Gewürztraminer – Ein aromatisches Wunderwerk

Weinberge nahe Bergheim im Elsass

Ich komme gerade von einer Weinreise ins schöne Elsass zurück, ich war unter anderem im zauberhaften Bergheim. Natürlich muss ich Euch daher heute gleich einmal mitnehmen in die faszinierende Welt des Gewürztraminers. Die Weißwein-Rebsorte wird auch Roter Traminer oder Gelber Traminer genannt, und hat gelb-rötliche Beeren. In Baden ist auch die Bezeichnung Klevner oder Clevner heimisch, während im Elsass häufig von Gewurztraminer oder kurz Gewur(t)z gesprochen wird.

Diese Rebsorte ist eine echte Diva unter den Trauben, bekannt für ihre intensiven Aromen und ihren unverwechselbaren Charakter. Wenn du schon einmal einen Gewürztraminer probiert hast, weißt du, dass sein Aromenprofil einzigartig ist. Die Traube liefert Weine mit intensiven Noten von Litschi, Rosenblättern, und manchmal sogar exotischen Gewürzen. Ein echter Sinnesrausch!

In Sachen Verbreitung hat der Gewürztraminer eine beeindruckende Reise hinter sich. Der Name des Gewürztraminer hat seine Wurzeln im Dorf Tramin in Südtirol, Norditalien. Die Sorte, vermutlich eine Mutation des Traminers, ist schon seit dem Mittelalter bekannt und wurde im Laufe der Jahrhunderte über ganz Europa und später weltweit verbreitet. Man geht davon aus, dass sie nördlich der Alpen, vermutlich in Deutschland oder Frankreich ihre Wurzeln hat.

In Deutschland findest du ihn besonders in der Pfalz und in Baden, wo er unter den idealen Bedingungen prächtig gedeiht. Und die berühmtesten Weine dieser Sorte? Ganz klar, das Elsass in Frankreich ist hier der Star. Die Weine aus dieser Region sind weltberühmt und zeigen die Sorte von ihrer besten Seite.

Die Gewürztraminer-Rebe ist ziemlich anspruchsvoll. Sie liebt sonnige, aber nicht zu heiße Standorte und braucht Böden, die gut Wasser speichern. Diese Bedingungen helfen der Traube, ihre einzigartigen Aromen voll zu entwickeln.

Und wie steht’s um die Lagerung? Die besten Gewürztraminer können durchaus gut einige Jahre reifen und dabei noch an Komplexität gewinnen. Generell sind sie aber schon in ihrer Jugend ein Genuss.

Die historische Herkunft der Rebsorte Gewürztraminer

Der Gewürztraminer hat seine Wurzeln fest im Herzen Europas. Seine Geschichte reicht weit zurück, und er hat eine besondere Bedeutung in den Regionen, aus denen er stammt.

Die wichtigsten Anbaugebiete sind heute das Elsass, Baden, die Pfalz, Südtirol und Teile Österreichs. In jeder dieser Regionen hat die Sorte ihren festen Platz und wird mit Stolz und Tradition kultiviert.

Was macht nun die Anbaugebiete so besonders? Sie bieten das ideale Klima und die perfekten Bodenverhältnisse, die der Gewürztraminer braucht: genug Sonne und lehmige, mineralische Böden. Diese Faktoren ermöglichen es der Traube, ihre charakteristischen Aromen voll zu entfalten.

Die typischen Anbaumethoden in diesen Regionen sind darauf ausgerichtet, die Qualität der Trauben zu maximieren. Im Weinkeller wird dann oft eine sanfte Pressung angewandt, um die feinen Aromen zu bewahren.

Die Weine aus diesen Herkunftsregionen zeichnen sich durch ihre ausgeprägten Aromen von tropischen Früchten, Gewürzen und oft auch einer blumigen Note aus – ein Markenzeichen des Gewürztraminers.

Besuch in der Domaine Sylvie Spielmann, Bergheim

Die weltweite Verbreitung der Rebsorte Gewürztraminer

Vom alten Europa hat sich der Gewürztraminer auf eine Weltreise begeben. Zu den wichtigsten Anbaugebieten gehören neben dem Elsass und Deutschland auch Regionen in den USA, Neuseeland, Australien und Südafrika.

Jedes dieser Gebiete bringt seinen eigenen Dreh in den Geschmack der Traube. Das liegt an den unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und Bodenarten. Zum Beispiel bringen die kühleren Regionen Neuseelands Weine hervor, die oft frischer und weniger opulent sind, während die wärmeren Gebiete in Australien und Kalifornien zu intensiveren, fast üppigen Weinen führen.

Die Geschmacksprofile variieren entsprechend: Von elegant und zart bis hin zu kraftvoll und würzig. Das zeigt die erstaunliche Vielseitigkeit dieser Rebsorte.

Die Rebsorte Gewürztraminer in Deutschland…

In Deutschland sind vor allem die Anbaugebiete Pfalz, Baden und Rheinhessen für den Gewürztraminer bekannt. Diese Regionen bieten die idealen Bedingungen für die Rebe: ausreichend Wärme und gut durchlässige Böden.

Hier in Deutschland genießt der Gewürztraminer eine wachsende Beliebtheit, vor allem wegen seiner aromatischen Intensität und seiner Vielseitigkeit als Speisebegleiter. Er hat sich einen respektablen Anteil am Gesamtweinmarkt erobert.

Die Weine zeigen je nach Region unterschiedliche Nuancen. In der Pfalz zum Beispiel neigen sie zu einer volleren, reichhaltigeren Art, während sie in Baden oft eine elegantere, feinere Struktur aufweisen.

… und in Österreich, Südtirol und der Schweiz

In diesen Regionen ist der Gewürztraminer ebenfalls fest verankert. Insbesondere in Südtirol und Teilen Österreichs findet er ideale Wachstumsbedingungen vor, die zu hochqualitativen Weinen führen.

Die Weine aus diesen Gebieten zeichnen sich durch eine ausgewogene Kombination aus Fruchtigkeit, Würze und oft einer angenehmen Säure aus. Sie genießen bei den Konsumenten in diesen Ländern ein hohes Ansehen und haben einen festen Platz im Sortiment.

Die Rebsorte Gewürztraminer in der Neuen Welt

In Ländern wie den USA, Australien und Neuseeland hat der Gewürztraminer ebenfalls Fuß gefasst. Diese ’neuen‘ Weinländer bringen ihre eigenen Stile hervor, die von klimatischen Unterschieden und neuen Weinbereitungstechniken beeinflusst sind.

Die Weine variieren hier von leichten, frischen Stilen bis hin zu kräftigen, komplexen Ausdrucksformen. Dies spiegelt die Vielfalt der Anbaugebiete und die Kreativität der Winzer wider.

Terroir und Technik: Wie die Umgebung und die Arbeit des Winzers im Weinkeller den Geschmack prägen

Das Terroir, also die Kombination aus Klima, Boden und Topografie, spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Gewürztraminers. Dazu kommen die Techniken des Winzers, die von der Auswahl der Hefen bis hin zur Art des Ausbaus reichen, und die entscheidend zur Charakteristik des Endprodukts beitragen.

Gewürztraminer als Speisebegleiter

Gewürztraminer ist ein vielseitiger Speisenbegleiter, der besonders gut zu würzigen und aromatischen Gerichten passt. Sein intensives Aromenprofil harmoniert hervorragend mit asiatischen Speisen, kräftigem Käse und sogar fruchtigen Desserts.

Zu den idealen Kombinationen gehören Gerichte wie Thai-Curry, scharfe indische Currys, Munsterkäse oder ein Apfelstrudel. Diese Kombinationen heben die Aromen des Weins hervor und schaffen ein ausgewogenes Geschmackserlebnis.

Zusammenfassung

Gewürztraminer ist eine Rebsorte voller Charakter und Vielfalt. Sie variiert je nach Anbaugebiet, von elegant und fein bis hin zu kraftvoll und aromatisch. Diese Vielseitigkeit macht sie zu einem Favoriten unter Weinliebhabern weltweit und zu einem spannenden Studienobjekt für alle, die sich mit Wein beschäftigen.

Pinot Blanc, Weißburgunder oder Pinot Bianco

Der Pinot Blanc, in Deutschland Weißburgunder, steht oft im Schatten seiner berühmteren Cousins Pinot Noir und Chardonnay. Dabei verdient er eine besondere Würdigung für seine subtile Eleganz und Vielseitigkeit. Ursprünglich in Frankreich beheimatet, hat sich der Pinot Blanc über Europa hinaus bis in die Neue Welt ausgebreitet. In diesem Beitrag erkunden wir die verschiedenen Gesichter des Pinot Blanc, von seinen traditionellen französischen Wurzeln bis hin zu den modernen Interpretationen in der ganzen Welt. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die typischen Geschmacksnoten, die in den unterschiedlichen Anbaugebieten zur Geltung kommen.

Burgund: Die klassische Heimat des Pinot Blanc

In Burgund, der historischen Heimat des Pinot Blanc, finden wir Weine, die sich durch ihre Eleganz und subtile Komplexität auszeichnen. In dieser Region profitiert die Traube von einem gemäßigten Klima und den kalkreichen Böden, die den Weinen eine feine Mineralität und frische, fruchtige Aromen verleihen. Typischerweise zeigen burgundische Pinot Blancs Noten von grünem Apfel, Zitrusfrüchten und einer dezenten Blumigkeit, oft mit einem Hauch von Nussigkeit im Abgang.

Deutschland und der Weiße Burgunder

In Deutschland, wo der Pinot Blanc als Weißer Burgunder bzw. Weißburgunder bekannt ist, erlebt die Rebsorte eine wachsende Beliebtheit. Besonders in Regionen wie Baden, der Pfalz und Rheinhessen erzeugen die Winzer ausdrucksstarke und vielschichtige Weißburgunder. Diese deutschen Weine tendieren zu einer etwas volleren Körperlichkeit und zeigen oft Aromen von reifen Äpfeln, Birnen und Melonen, kombiniert mit einer erfrischenden Säure und manchmal einer leichten Cremigkeit.

Elsass: Ein Paradies für Pinot Blanc

Das Elsass, bekannt für seine vielfältigen Weißweinsorten, ist ein wahres Paradies für den Pinot Blanc. Hier erzeugen die Winzer charaktervolle Weine, die sich durch eine Balance von Frucht und Frische auszeichnen. Elsässer Pinot Blancs zeigen häufig Aromen von Pfirsich, Aprikose und frischen Blumen, oft ergänzt durch eine zarte Würzigkeit und eine angenehme Mineralität. Sie sind bekannt für ihre Vielseitigkeit als Speisenbegleiter.

Italien und sein Pinot Bianco

In Italien, insbesondere in den Regionen Südtirol und Trentino, bringt der Pinot Bianco Weine von bemerkenswerter Reinheit und Eleganz hervor. In diesen alpinen Regionen entwickelt die Traube Aromen von grünen Äpfeln, Zitronen und weißen Blüten, oft mit einer lebhaften Säure und einer subtilen mineralischen Note. Diese Weine reflektieren das kühle, bergige Terroir und sind oft bemerkenswert frisch und lebendig.

Weißburgunder in der Neuen Welt

In der Neuen Welt, von den USA über Chile bis hin zu Australien und Neuseeland, adaptiert der Weißburgunder an eine Vielzahl von Klimazonen und Bodentypen. In Kalifornien und Oregon zum Beispiel entwickeln sich die Weine oft zu reichhaltigeren und kräftigeren Stilen, mit Aromen von tropischen Früchten, Vanille und einer runden, manchmal fast buttrigen Textur. Diese Stile zeigen, wie anpassungsfähig und vielseitig der Weißburgunder sein kann, wenn er unter verschiedenen klimatischen Bedingungen angebaut wird.

Terroir und Technik: Die Kunst des Weißburgunders

Die Kunst des Weinbaus beim Weißburgunder liegt in der harmonischen Kombination aus Terroir und Winzerfertigkeit. In jeder Region bringen die Winzer ihre eigene Philosophie und Technik in den Weinbau ein, was zu einer beeindruckenden Vielfalt an Stilen führt. Vom traditionellen, zurückhaltenden Stil Burgunds bis hin zu den kräftigeren und oft moderneren Interpret

In der Welt des Pinot Blanc sind einige spannende Trends zu beobachten, die die Vielfältigkeit und Qualität dieser Rebsorte weiter vorantreiben. Ein bedeutender Trend ist der zunehmende Fokus auf nachhaltigen und biodynamischen Weinbau. Viele Winzer legen Wert auf einen respektvollen Umgang mit der Natur, was zu Weinen führt, die das Terroir noch authentischer widerspiegeln. In einigen Regionen experimentieren Winzer auch mit der Reifung des Pinot Blanc in Eichenfässern, um den Weinen eine zusätzliche Komplexität und Textur zu verleihen. Ein weiterer Trend ist die Produktion von naturbelassenen Weinen, bei denen auf Zusatzstoffe und intensive Eingriffe im Keller verzichtet wird, um den wahren Charakter der Traube hervorzuheben. Diese innovativen Ansätze tragen dazu bei, das Profil des Pinot Blanc weiter zu schärfen und ihn als eine vielseitige und qualitativ hochwertige Sorte zu etablieren.

Weißburgunder als Speisebegleiter

Der Weißburgunder erweist sich als äußerst vielseitiger Speisebegleiter, der eine breite Palette von Gerichten ergänzen kann. Seine erfrischende Säure und ausgewogene Fruchtigkeit machen ihn zum idealen Partner für leichte bis mittelschwere Gerichte. In der traditionellen Kombination passt der elsässische Pinot Blanc hervorragend zu regionalen Spezialitäten wie Flammkuchen oder einer herzhaften Choucroute. Der leichtere italienische Pinot Bianco eignet sich ausgezeichnet zu Meeresfrüchten, frischen Salaten und leichten Pasta-Gerichten. Leichte Weißburgunder harmonieren sehr gut mit asiatischem Essen basierend auf einer Sojasoße. Die volleren Versionen aus Deutschland und der Neuen Welt können sogar reichhaltigere Speisen wie gebratenes Hühnchen, Schweinefleisch oder sogar leichte Wildgerichte begleiten. Darüber hinaus ist der Weißburgunder eine ausgezeichnete Wahl für vegetarische Gerichte, insbesondere solche, die Pilze, Kürbis oder Wurzelgemüse enthalten. Seine Vielseitigkeit macht ihn zu einem hervorragenden Wein für vielfältige kulinarische Erlebnisse.