Weingut Prüm und die Wehlener Sonnenuhr

Das Weingut SA Prüm ist mit einer der berühmtesten Sehenswürdigkeit der Mittelmosel eng verbunden. Jeder Besucher der Mosel kennt sie, die Wehlener Sonnenuhr, gebaut an einem Schieferstein oben in den Steillagen inmitten von Reben. Der berühmte Zeitmesser und Namensgeber einer der Top-Lagen der Gemeinde Wehlen wurde 1842 von Jodocus Prüm erbaut, einem Vorfahren von Saskia Prüm, der heutigen Besitzerin des Weingutes SA Prüm. Das Weingut liegt im Ortsteil Wehlen, und dort direkt an der Mosel an der Uferallee. Aus Bernkastel-Kues kommend ist das Weingut das perfekte Ziel für einen Spaziergang entlang des Flusses.

Die Steilhanglagen des Weingut SA Prüm an der Mittelmosel
Steillagen an der Mosel zwischen Bernkastel, Graach und Wehlen

Die Geschichte des Weingut Prüm

Namentlich erwähnt wurde die Familie Prüm in Dokumenten erstmals 1156. Sie ist damit bereits seit mehr als 860 Jahren an der Mittelmosel im Weinbau aktiv. Die Weinbergslagen von damals werden bis heute von der Familie bewirtschaftet. Aber es sollte dennoch bis 1911 dauern, bis Matthias Prüm das heutige Weingut Prüm gründete und nach seinem Vater Sebastian Alois Prüm nannte. Bis vor wenigen Jahren wurde das Weingut von Raimund Prüm geführt, auch als „der rote Prüm“ bekannt. Raimund Prüm war Gründungsmitglied des Verbandes der Prädikatsweingüter in Deutschland und kompromisslos in Sachen Qualität. Er ist einer derjenigen Winzer der Mosel, denen die gesamte Weinbauregion ihre Spitzenstellung weltweit verdankt. Aber nicht nur am weltweiten Ansehen war Raimund Prüm gelegen, er wollte vor allem auch die Weinkultur in Deutschland entwickeln. Und so arbeitete er 2007 erstmals mit dem Discounter Aldi zusammen, für deren Kundschaft er extra einen preisgünstigen Riesling produzierte. Der Aufschrei derer war groß, die die Idee hinter seinem Projekt nicht verstanden haben. Es ging Prüm darum, neue Kunden an das Produkt Mosel Riesling heranzuführen. Auf diesem Weg wollte er sie schrittweise an höhere Qualitäten und Kaufpreise heran- und vom billigen 2,79 Euro Massenwein wegzuführen.

Seit 1. Juli 2017 wird das Weingut Prüm von seiner Tochter Saskia Andrea geführt. Mit den Initialen der diplomierten Weinbauingenieurin wird das Weingut erstmals nicht nur von einer Frau, sondern wirklich von einer SA geführt.

Rieslinge aus den besten Lagen des Weingut SA Prüm
Rieslinge aus den besten Lagen der Mittelmosel

100% Riesling pur

Im Weingut SA Prüm hat man sich voll und ganz dem Riesling verschrieben. Die Karte weist zwar einen Pinot Noir aus, für dessen Erzeugung werden jedoch Trauben von ausgewählten Produzenten aus der Region zugekauft.

SA Prüm bewirtschaftet ausschließlich Steilhanglagen mit Süd- bis Südwestausrichtung, gelegen entlang der Mosel auf einer Länge von etwa 4 km von Bernkastel bis zum Ortsteil Wehlen. Die Hänge zeichnen sich neben ihres starken Gefälles vor allem durch ihre mineralstoffreichen Schieferböden aus. Die steilen Schieferhänge über den Flüssen speichern tagsüber die Sonnenwärme und geben sie nachts wieder ab. Die Wurzeln der Reben dringen weit mehr als 10 Meter tief in den Boden ein, um sich dort mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Aus hier geernteten Trauben lassen sich dadurch einzigartig feine, fruchtige Weine mit einer für die Mosel bzw. ihren Boden typischen Mineralik erzeugen.

Vinothek im Weingut SA Prüm
Die Vinothek des Weingutes SA Prüm

Weinprobe auf dem Weingut SA Prüm

Eine Weinprobe bei Prüm kann schon sein zwei Stunden dauern, die Vinothek ist werktags und an Samstagen geöffnet. Es bietet sich aber an, sich vorher anzumelden um in den Genuss der vollen Aufmerksamkeit zu gelangen. Das Tasting wird pro Person mit 15 Euro berechnet. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich lohnt!

In die Verkostung kamen bei uns etwa 14 Weine aus einer Auswahl an über 60 Weinen. Die extrem gastfreundliche Mitarbeiterin in der Vinothek ist dabei auf unsere Vorlieben und Interessen sehr gut eingegangen und hat uns einen informativen Aufenthalt beschert. Ein weiterer Vorteil wenn man sich vorab zur Weinprobe anmeldet.

Bemerkenswert fand ich eine ganze Auswahl mehrere, ganz verschiedener Weine. Auch wenn die Reben für ihren Pinot Noir Rosé nicht selber anbauen, als einfacher Sommerwein hat mir der Jahrgang 2018 super gefallen. Und mit 9,50 Euro pro Flasche ist das Preis-Genuss-Verhältnis auf der heimischer Terrasse schwer zu überbieten. Auch ihr Gutswein 2017 Prüm Blue Kabinett Trocken habe ich in sehr guter Erinnerung behalten. Mit 8,2 Gramm Restzucker ist er am oberen Ende meiner persönlichen Skala für einen trockenen Wein, aber sein erfrischendes Säure-Süße-Spiel mochte ich gerne leiden. Für 13,50 Euro erhält man einen sehr ordentlichen Einstiegswein!

Meine beiden Highlights allerdings waren zwei Rieslinge aus der Lage Wehlener Sonnenuhr. Einmal das Große Gewächs „Alte Reben“ aus dem Jahr 2012 (34,50 Euro), sowie der 2009er Riesling „Devon“ Kabinett Trocken (19,50 Euro). Diese beiden Rieslinge zeigen in trockener Form das ganze Potential der Mosel: Elegante, fruchtige Weine, eine frische und trinkanimierende Säure, und schnörkellose Mineralik. In Verbindung mit der Freundlichkeit der Gastgeber ist sowohl die Mosel als auch das Weingut SA Prüm definitiv eine Reise wert!

Weingut S.A. Prüm
Uferallee 25-26
54470 Bernkastel-Kues (Wehlen)

Anfahrt via GoogleMaps

Telefon: +49 6531 3110
Mail: info@sapruem.com
www.sapruem.com

Weingut Van Volxem und seine visionären Bierbrauer

Das Stammhaus von Van Volxem

Obwohl 1743 ursprünglich als Klosterweingut gegründet, wurde die Geschichte des Weingutes Van Volxem eher von Bier denn der Kirche geprägt. Denn nach der Übernahme durch den Trierer Bierbrauer Gustav van Volxem Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Weingut vier Generationen lang durch seine Familie geführt. Nach einigen Besitzerwechseln in den für den deutschen Weinbau schwierigen 1980er/1990er Jahren, wurde das Weingut an der Saar im Jahr 1999 erneut von einem Bierbrauer übernommen. Roman Niewodniczanski aus der Bierbrauerdynastie der Bitburger Brauerei ist heute stolzer Eigentümer des Weingutes. Er hat damit offensichtlich mehr als nur interessante Pläne. Ein Besuch des Weingut Van Volxem und eine Weinprobe mit Blick auf die Saar lohnen sich mehr denn je!

Tradition und Fortschritt an der Saar

Nirgends kann man gleichzeitig Tradition und Zukunft von Winzerhandwerks und Weinwirtschaft so deutlich erkennen wie an der Saar bei Van Volxem. Das Stammhaus liegt in der Ortsmitte von Wiltlingen direkt neben der Kirche. Das ursprüngliche, altehrwürdige Klosterweingut wurde durch Roman Niewodniczanski aufwändig und Denkmalschutz gerecht restauriert. Dunkle Holzböden, holzvertäfelte Wände und Decken, ein schwerer Holztisch und antike Ledersessel prägen das Bild. Draussen ein malerisch eingewachsener Garten mit altem Baumbestand und schattigen Plätzchen.

Die Weine der Saar zählten vor 100 Jahren zu den teuersten Weinen der Welt. Und so präsentiert sich das Stammhaus von Van Volxem wie man sich die Residenz eines wohlhabenden Winzers vorstellt. Zugleich präsentiert sich das Stammhaus aber auch wie ein Blick in die Vergangenheit. Dem etwas Neues hinzuzufügen, dem Weingut und mit ihm der gesamten Region eine neue Vision für die Zukunft zu geben, das hat sich Roman Niewodniczanski offensichtlich vorgenommen.

Aufbruch im Weingut Van Volxem

Van Volxem hat sich nicht weniger vorgenommen als zu den goldenen Zeiten des Weinbaus an der Saar zurückzukehren. Grundlage dafür ist, heute wie früher, der kompromisslose Fokus auf erstklassige, handwerkliche Qualität. Bei Van Volxem kommt zudem schnell das Stichwort Nachhaltigkeit ins Spiel, einer der wesentlichen Gründe für den Neubau auf dem Wiltinger Schlossberg. Hoch oberhalb von Wiltingen und der Saar präsentiert sich das moderne Weingut Van Volxem. Die Fassaden aus hellem, freundlichen Muschelkalkstein, die Gebäude in modernen, geradlinigen Formen. Der Turm, in dem Weinproben stattfinden und Gäste zu Events empfangen werden, bietet aus über 8 Meter breiten Fenstern herrliche Ausblicke auf die Umliegenden Weinberge, von denen Van Volxem in den letzten Jahren viele zugekauft hat. Nur Toplagen versteht sich, Schiefersteillagen, die meisten in Süd- oder Südwestausrichtung, denn das Ziel heißt ja Weltspitze.

Beim Weinbau und im Keller setzt Van Volxem auf naturnahen Anbau und Ausbau. Die Reduzierung von Erträgen, Lese ausschließlich von Hand, weitestgehender Verzicht auf Behandlungsstoffe und 100% spontane Vergärung im Keller. Der Neubau des Weingutes erlaubt es, für die Erzielung erstklassiger Qualität wesentliche Traditionen sicherzustellen und zugleich mit modernen Methoden und einer modernen Logistik zu unterstützen.

Impulsgeber für die gesamte Weinwirtschaft

Die moderne Form der Inszenierung eines Weingutes ist auch für den Besucher neu. Denn solche Inszenierungen, die insbesondere in der Neuen Welt, ob in Kalifornien, Südafrika oder Australien schon normal ist, sehen wir bislang noch nicht häufig in Deutschland. Während aus meiner Sicht bei uns oft noch zu sehr die Weinseligkeit der Drosselgasse zelebriert wird, läuft anderswo die Entwicklung weiter. Aber mit Blick auf den Generationenwechsel bei den Weinkäufern ist eine solche Weiterentwicklung für die deutsche Weinwirtschaft genauso wichtig wie für die touristische Anziehungskraft der Region. Was auf dem Weingut Van Volxem an der Saar entsteht, ist somit hoffentlich auch ein Signal an die gesamte Weinwirtschaft. Sie braucht solche Gamechanger wie Roman Niewodniczanski, die Traditionen schätzen und aus ihnen heraus Neues entwickeln.

Weinprobe bei Van Volxem an der Saar

Unser Besuch an der Saar auf dem Weingut Van Volxem fand noch vor der offiziellen Eröffnung des Neubaus statt. Womöglich werden Besucher zukünftig flexibler empfangen, wir hatten uns vorab verbindlich für eine Weinprobe mit Termin angemeldet. Für die Weinprobe bei Van Volxem sollte man sich zwei Stunden Zeit einplanen, sie wurde mit 25 Euro pro Person berechnet. Der Preis erscheint insbesondere uns deutschen Besuchern vielleicht hoch, anders als in anderen Regionen der Welt sind wir es häufig nicht gewohnt für eine Weinprobe zu bezahlen. Das ist an der Mosel grundsätzlich eh anders, aber 25 Euro pro Person ist für manche schon ein Wort. Ganz persönlich habe ich keine Schwierigkeiten damit, denn es reduziert die subjektiv häufig gefühlte Pflicht nach einer Weinprobe etwas kaufen zu müssen. Zudem habe ich häufig die Erfahrung gemacht, dass man die wirklich guten Weine nicht zu probieren bekommt, wenn die Weinprobe nichts kostet.

Die Weine von Van Volxem

Und genau deshalb haben sich für mich die 25 Euro bei Van Volxem gelohnt. Denn als Gegenwert haben wir eine Auswahl von mehr als 10 Weinen verkostet, vom Riesling Sekt über den einfachen Gutscheinen bis hin zu den Großen Gewächsen, von trocken bis feinfruchtig. Mit Ausnahme von zwei Weissburgundern und einem Sekt aus Pinot Noir und Chardonnay produziert das Weingut Van Volxem an der Saar ausschließlich Rieslinge.

Die Fokussierung auf Qualität zeigt sich darin, das selbst seine Basisweine aus Toplagen erzeugt werden. Und trotzdem war ich richtig überrascht von ihrem Ortswein, dem 2017er Wiltinger Riesling. Zugegeben, die Flasche war zum Zeitpunkt der Weinprobe schon eine Weile geöffnet, aber eine solchen Duft weißer Blüten hatte ich bei einem Riesling noch nie in der Nase. Am Gaumen indes war seine salzige Mineralik so herrlich erfrischend, dass ich mir fast hätte nachschenken lassen wollen. Der Preis von 13,90 Euro pro Flasche sichert ein Preis-Genuss-Verhältnis das seinesgleichen sucht. Für mich das zweite Highlight war ein Riesling der weltweit bekanntesten Lage an der Saar, das Große Gewächs des 2017er Scharzhofberger Riesling. Ein gradliniger Riesling mit eleganter Frucht und ebenfalls einer herrlichen, salzigen Mineralität. Mit 38 Euro pro Flasche hat diese Qualität wie jedes andere Große Gewächs ihren Preis. Mit Blick auf die Preise großer Crus anderer Regionen oder einem Blick in historische Dokumente von vor 100 Jahren relativieren sich diese 38 Euro sehr schnell.

Mein Fazit: Ich bin froh über diesen Abstecher an die Saar während meines Weintripps. Und Van Volxem war nicht nur ein schönes Erlebnis, sondern hat erfolgreich Werbung für eine ganze Region gemacht. Ich komme gerne wieder!

Weingut Van Volxem
Zum Schlossberg 347
54459 Wiltingen / Saar

Telefon: +49 (0)6501 9477800
Mail: office@vanvolxem.com

Anfahrt via Google Maps

www.vanvolxem.com

Drautz-Able – das Weingut mit den drei Tauben

Auch Events sind bei Drautz-Able möglich

Am Stadtrand von Heilbronn, am Fuß des Wartberges liegt das traditionsreiche, württembergische Weingut Drautz-Able. Die Geschichte des Familienbetriebes reicht weit zurück, mehr als 500 Jahre bis ins Jahr 1495. Heute wird das Weingut gemeinsam von Monika Drautz und ihrem Sohn Markus geführt. Das Familienteam komplettiert seine Frau Stephanie de Longueville-Drautz, die uns erfrischend sympathisch und sehr aufmerksam als Gastgeberin durch unsere Weinprobe führte. Aber dazu später mehr.

Liebe zum Frieden, zur Innovation und zur Qualität

Die Taube ziert das Logo und die Etiketten
Tradition, modern interpretiert

Eine Taube zierte über viele Jahrzehnte das Familienwappen und findet daher auch heute noch auf jedem Etikett ihren Platz. Das Friedenssymbol geht zurück auf die mittelhochdeutsche Übersetzung des historischen Familiennamens Drudaz, „der friedliebende Freund“.

Auf ihrer Tradition ruht sich die Familie Drautz jedoch keinesfalls aus. Im Gegenteil, sie steht seit vielen Jahren für die Pioniere in der deutschen Winzerszene. Bereits Markus Drautz‘ Vater war ein Visionär seiner Zunft. Er war 1986 Gründungsmitglied der Hades-Gruppe, einer Vereinigung der sechs schwäbischen Winzer: Fürst zu Hohenlohe (H), Graf Edelmann (A), Drautz-Able (D), Ellwangen (E), sowie dem Sonnenhof und dem Staatsweingut Weinsberg (S). Gemeinsam verfolgten sie die Mission, den Ausbau deutsche Weine im Barrique-Fass zu fördern. Neben dem Einsatz der kleinen Fässer aus Eichenholz vereinbarte die Gruppe diverse Kriterien zur Steigerung der Weinqualität. Markus Drautz führt die familiäre Tradition zur Innovation offensichtlich weiter. Denn seine Philosophie „Hier spricht das Winzerherz und nicht (nur) die Vernunft des Kaufmanns“ stellt die vermeintliche Unvernunft zur Qualität klar über die Quantität. Seit 1994 ist das Weingut Mitglied im VDP, dem Verband deutscher Prädikatsweingüter.

Weinprobe bei Drautz-Able

Wie häufig in Württemberg dominiert der Lemberger auch das Sortiment des Weingutes Drautz-Able. Etwa 60% der Rebfläche ist mit roten Sorten bepflanzt. Neben Lemberger werden Trollinger, Dornfelder, Merlot und Samtrot angebaut. Letzteres ist eine in Württemberg beheimatete Mutation des Schwarzriesling und zählt zur Familie der Burgunderreben. Die Weißweine von Drautz-Able reichen von Weissburgunder, Grauburgunder, Muskateller, Gewürztraminer, natürlich dem Riesling bis hin zum im Barrique ausgebauten Sauvignon Blanc. Die einfacheren VDP Guts- bzw. Ortsweine liegen preislich zwischen 8 und 12 Euro. Die Preise der Ersten bzw. Großen Lagen liegen zwischen 20 und 30 Euro.

Weinprobe an der Theke bei Drautz-Able
Weinprobe bei Drautz-Able

 

Von den einfacheren, weissen Alltagsweinen fand ich den Heilbronner Pinot Gris trocken aus dem Jahr 2016 für 11,90 Euro wirklich bemerkenswert. Ein echter Knaller für einen schönen Sommernachmittag auf dem Balkon, auf der Terrasse oder beim Picknick ist der Blanc de Noir trocken aus dem Jahr 2017 mit dem schönen Namen „Le Petit Pigeon Blanc“. Mit einem Alkoholgehalt von gerade einmal 10 Vol. % kann man diesen Wein schon fast gefahrlos nachmittags trinken. Ab Hof kostet er 5,95 Euro, er ist also auch preislich weit entfernt von Kopfschmerzen.

Den einfacheren Sauvignon Blanc trocken habe ich in der Weinprobe zugunsten des im Barrique ausgebauten Sauvignon Blanc trocken Hades aus dem Jahr 2016 ausgelassen. Zum Glück! Er kann zwar noch gut 1-2 Jahre in der Flasche liegen, seine Qualität beweist er aber schon heute. Das Holz bildet einen guten Kontrast zur Säure und nimmt ihr etwas von der beim Sauvignon Blanc natürlichen Dominanz. Der Preis von 20 Euro für die Flasche ist sehr gut angelegt. Und natürlich liegen seit der Weinprobe ein paar davon auch in meinem Keller.

Die Rotweine von Drautz-Able

Ich gebe es zu, ich bin kein natürlicher Freund des Lembergers. Aber beim Lemberger „R“ trocken Hades aus dem Jahr 2013 hätte ich zumindest beinahe zugegriffen. Er lag 3 Jahre im Barrique, kann gut noch weitere 3-5 Jahre in der Flasche liegen, ist aber bereits heute schon angenehm geschmeidig. Aber das Leben besteht nun einmal aus Entscheidungen, das gilt auch bei einer Weinprobe. Allerdings haben mir zwei weitere Rotweine die Entscheidung für meine persönlichen Highlights letztlich doch einfach gemacht.

Denn der reinsortige Merlot „R“ trocken Hades aus dem Jahr 2011 ist eine Wucht! Ich gebe meine anfängliche Skepsis zu, weil die beiden Schlagwörter Merlot und Deutschland miteinander immer noch eher fremd klingen. Markus Drautz hat mich eines Besseren belehrt. Dunkle Beeren, dunkle Schokolade und etwas Vanille in der Nase, eine vollmundige und samtige Frucht auf der Zunge. Ein sehr schöner Wein!

Das zweite Highlight in Rot war der der Samtrot „R“ trocken Hades Jahrgang 2012. Ein schönes Rubinrot im Glas, der Duft von roten und schwarzen Früchten in der Nase und auch hier eine wunderbar geschmeidige und sanfte Frucht auf der Zunge. Beide Rotweine liegen zwischen 26 und 30 Euro, sind für den entsprechenden Anlass aber meiner Meinung nach wirklich jeden Cent wert.

Modern ist auch der Gastraum
Hell und gastfreundlich

Mein Fazit: Uneingeschränkt Empfehlenswert

Hervorragende Top-Weine zu einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis in Verbindung mit wirklich hervorragenden Alltagsweinen, die um die 10 Euro und darunter liegen, lassen mich einen Besuch bei Drautz-Able absolut empfehlen. Und on-top kommt noch die Gastlichkeit und Freundlichkeit einer wirklich netten Winzerfamilie. Offenbar befinde ich mich mit meiner Meinung in guter Gesellschaft. Denn obwohl sie keinen eigenen Webshop betreiben, werden etwa 50% der Produktion direkt an Privatkunden verkauft, die dafür offenbar auch gerne nach Heilbronn kommen. Seit meinem Ausflug zum Weingut Drautz-Able kann ich das sehr gut nachvollziehen.

Und wer jetzt neugierig ist, hier die Adresse und die Kontaktdaten:

Weingut Drautz-Able
Faißtstrasse 23
74076 Heilbronn

Telefon: 07131 177908
eMail: info@drautz-able.de

Anfahrt (via Google Maps)