Die Weinregion Hemel-en-Aarde Valley liegt etwas östlich von Kapstadt nahe der Küstenstadt Hermanus. Von dort zieht sich Heme-en-Aarde mehrere Kilometer das Tal hinauf und beherbergt 17 zum Teil ganz hervorragende Weingüter. Hemel-en-Aarde steht insbesondere für Pinot Noir und Chardonnay.
Die britische Weinkritikerin Jancis Robinson bezeichnete Hemel-en-Aarde einmal als Südafrikas Antwort auf das Burgund. Und wenn das Anbaugebiet der Himmel auf Erden für Pinot Noir und Chardonnay ist, ist Ataraxia sein Olymp.
Ataraxia liegt am höchsten Punkt des Hemel-en-Aarde Valley, das sind hier mit Sicherheit 750 Meter über Meeresspiegel. Von Onrus her wehen stetig kühlende Brisen vom Ozean bis hier hoch, die Babilongstoring Bergkette sorgt nachts für Abkühlung und für feuchte Morgenstunden. Tagsüber wird es auch hier oben ganz schön heiß. Unterm Strich ideale cool climate Bedingungen für Pinot Noir und Chardonnay.
Man kann geteilter Meinung sein über die Einrichtung bei Ataraxia, genauer über die Kunst an den Wände, nicht aber über die Architektur des Gebäudes. Und schon gar nicht über die Weine. Winemaker Kevin Grants Ataraxia Chardonnay Skn Contact 2022 gehört zum Besten, was ich hier im Tal je im Glas hatte. Er und Graham Weerts von Capensis Wines aus Stellenbosch produzieren für mich die besten Chardonnays Südafrikas. Chardonnays im klassischen Burgunder Stil, nicht die buttrigen, breiten Neue Welt Vertreter dieser Rebsorte.
Weintasting bei Ataraxia
„Great wines take us to the edge of language and sometime to the edge of what we can know“ habe ich unlängst einmal irgendwo gelesen. Und nirgends scheint diese Aussage so gut zuzutreffen wie hier bei Ataraxia.
Das Tasting beginnt mit dem Chardonnay Earthborn 2022, und zwar lange bevor ich das Glas an den Lippen habe. Diese Intensität, mit der die Aromen aus dem Glas strömen, ist nahezu einmalig. Das sind mehr als 20 cm zwischen Glas und Nase – Hammer! In der Nase dominieren Zitrusfrüchte, ganz feine Hefe, Mandelblüte, der feine Rauch von Granit. Am Gaumen tropische Früchte, aber super separiert, das ist kein Obstkorb, das sind einzelne Früchte.
Der Chardonnay Skin Contact 2022 ist sogar noch ein bisschen intensiver in der Nase, überwiegend tropische Früchte, etwas Honig. Am Gaumen weniger Frucht, mehr Struktur und Rückgrat, hinten raus Stroh und weißer Pfeffer, tolle Balance, sensationeller Wein!
Da hatte es abschließend der Pinot Noir schwer mitzuhalten. Ich war schon im Chardonnay Himmel. Aber auch Pinot Noir Freunde kommen hier bei Ataraxia voll auf ihre Kosten. Der Pinot Noir Whole Cluster 2022 am Gaumen frisch und samtig, rote Früchte, Erdbeere überwiegend, rote Johannisbeere und Kirsche, dazu Fleisch und Kräuter. Es lohnt sich, das Hemel-en-Aarde Valley ganz nach oben zu fahren, glaubt mir!
Informationen über Öffnungszeiten etc. direkt auf ihrer Website.
Ehrlichkeit führt zu klaren Erwartungshaltungen und verhindert Enttäuschung. Und so fand ich es erfrischend ehrlich von unserer Host bei der Begrüßung zu hören, dass Spookfontein für easy drinking wines steht. Spookfontein ist auch nicht bloß ein Showroom. In der Etage unter dem Tasting-Room wird tatsächlich Wein gemacht. Der Inbegriff eines Weingutes also. Außerdem soll es spuken. Der Legende nach kann man in den Strudeln einer fließenden Quelle der Farm einen Geist erkennen.
Uns hat der Geist in Ruhe gelassen, wofür ich ihm recht dankbar war. Denn Spookfontein ist ein ziemlich entspannter Hangout. Moderne, coole Architektur und Inneneinrichtung, ein ganz ganz natürlicher, entspannter Ort ist das hier im oberen Teil des Hemel-en-Aarde Valley. In dieser Wohlfühlatmosphäre hätte der südafrikanische Pumuckl wirklich gestört.
Spaß im Glas mit Spookfontein
Es gibt drei verschiedene Tasting-Optionen. Wenn man Angst vor Geistern hat, oder es sonst eilig, greift auf das Express Tasting zurück. Das sind ein 2023 Sauvignon Blanc, ein 2023 Rosé und ein 2021er Merlot für R55. Alternativ bietet Spookfontein ein Bordeaux Tasting für R70 an, darin ein 2021er Merlot, ein 2020er Cabernet Franc, ein 2022er Cabernet Sauvignon, sowie – natürlich – ein 2021er Blend daraus. Aus dem gesamten Repertoire kann man sich aber auch individuell 5 Weine selbst aussuchen für sein eigenes Tasting, kostet dann R85.
Mein individuelles Tasting beginnt mit Spookfontein Full Moon 2022, einer Cuvée aus Sauvignon Blanc, Chenin Blanc und Chardonnay. Die typischen Chenin Noten, Heu, Bienenwachs werden mit frischen und tropischen Aromen kombiniert. Ja, ordentlich, gefällig, easy drinking.
Der reinsortige Chenin Blanc 2022 hat mir gut gefallen. Er wurde 10 Monate im Holz ausgebaut, aber nur zweite und dritte Belegung, also nichts, was dominieren könnte. Am Gaumen gelbe Steinfrucht, wenig Holz, Ananas, Stachelbeere, feine Gewürze. Das ist ein wirklich schöner Terrassenwein, für gut 10 Euro ein sehr gutes Preis-Genuss-Verhältnis für eine entspannte Kundschaft.
Auch der 2022 Chardonnay lag 10 Monate im Holz, auch hier nur zweite und dritte Belegung. Erwartungsgemäß dominieren tropische Früchte, mir insgesamt aber auch für easy drinking zu flach.
Testsieger war für mich ihr 2020er Cabernet Franc. Weil ich Cabernet Franc eh gerne mag, und weil das ein super gefälliger Wein ist. Mit dem ist überhaupt nichts verkehrt, und mit dem macht man nichts verkehrt. Der taugt zur alltäglichen Einladung genauso wie zum Weinfest. Aromen von Pflaume, Kirsche, schwarze Johannisbeere, schwarzer Tee, Fleisch, Gewürze – alles dabei, was dabeisein soll. Und das für 10 Euro, unschlagbar in der easy drinking Liga.
Fazit:
Was wir leider nicht ausprobiert haben, war ihr Restaurant mit sensationellem Blick ins Tal und auf die gegenüber liegenden Babilongstoring Berge. Das ist nächstes Mal dran, weil wir sicher wiederkommen werden. Und Spookfontein eine wirkliche Empfehlung ist, wenn es einfach mal easy und herzlich sein soll. Ach ja, und schlafen kann man auf der Farm anscheinend auch in zwei separaten Cottages. Bei Interesse am besten direkt auf ihrer Webseite schauen.
Bis 2001 firmierte die 270ha große Farm unter dem Namen De Bos, ehe sie von Familie Bosman übernommen wurde, die bereits seit über 200 Jahren Weinbau in Wellington betreiben. Regenerative Landwirtschaft und Nachhaltigkeit stehen seit Jahren im Fokus der Bosmans. So bleibt die Hälfte der Farm naturbelassen, als Fynbos Landschaft Lebensraum für die heimische Tierwelt, sowie als Gebiet für 2-3 stündige Wanderungen für Naturliebhaber. Die Farm ist auch dem Anbau der Protea gewidmet, Südafrikas Nationalblume. Auf nur 54ha der Farm im Hemel-en-Aarde Valley wird Wein angebaut, überwiegend Chardonnay und Pinot Noir. Der Ausbau der Weine findet nicht hier, sondern im Weinkeller in Wellington statt. Auch umliegende Weingüter wie z. B. Hasher Family Estate (ehemals Sumaridge) beziehen Trauben von Bosman Hermanus. Und last but not least ist Bosman Hermanus auch eine Rebschule, in der derzeit 42 verschiedene Rebsorten und Klone gezüchtet werden.
Nachhaltigkeit geht für Bosman aber weit über Engagement für die Natur hinaus. Bereits in 2009 wurden 26% des Farmgeschäftes über eine Stiftung an 260 Mitarbeitende der Farm übertragen. Machen wir uns ehrlich, dieses Land basiert in großen Teilen auf vielen Jahrzehnten zum Himmel schreiender, sozialer Ungerechtigkeit. Jeder helfenden Hand, jeder Brücke und jeder Form von aktiver Entwicklung hin zu Einheit, zu sozialer und gesellschaftlicher Gleichheit gebührt Respekt. Mir jedenfalls ringt das allen Respekt ab, was die Bosman seit vielen Jahren tun. Dieses soziale Engagement wurde mehrfach ausgezeichnet, mehr Informationen dazu findet ihr hier und hier.
Bosman Hermanus im Hemel-en-Aarde Valley
Allein mit Blick auf die globale Erderwärmung macht es für mich total Sinn, hier oben auf immerhin 700 Meter über dem Meer Weinberge zu kaufen. Je 100 Meter Höhenunterschied verringern die durchschnittliche Temperatur um 0,6 Grad Celsius. Diese Bedingungen „hier oben“ sind aber schon heute ideal insbesondere für die beiden Burgundersorten Pinot Noir und Chardonnay. Das folgende Bild ist von der Ferienwohnung auf dem Gelände aus gemacht, und zeigt das gesamte obere Hemel-en-Aarde Valley.
Das Weintasting bei Bosman Hermanus
Das Frame Haus von Bosman Hermanus, in dem die Weintastings stattfinden, liegt etwa 1,3 km abseits der Hauptstrasse. Das ist sicher einer der Gründe für die Ruhe hier oben. Es sind schon Gäste hier, aber es ist einfach nicht so überlaufen wie in anderen Weingütern. Auf der Anlage befinden sich zwei Hütten, in denen man Picknick machen und Weine verkosten kann. Zudem laden eine große Terasse und ein weitläufiger Garten ein, in dem auch für Kinder gesorgt ist.
Das sog. Frame House von Bosman Hermanus, drumrum nur Ruhe und Fynbos
Das Weintasting startet mit einem MCC, also einem nach dem Champagnerverfahren hergestellten Schaumwein, hier aus 100% Chardonnay. Bei den Aromen überwiegen Zitrus, Grapefruit, etwas Tee. Hefe ist nur bei intensiver, bis an die Grenze der Einbildung dauernden Suche vorhanden, die Perlage ist aggressiv. Ich musste spontan an den typischen Prosecco vom Gardasee in den 90ern denken.
Spaß im Glas
Weiter ging es mit einer 2021er Cuvée aus Grenache Blanc, Chenin Blanc und Chardonnay, angebaut in Wellington, also nicht hier auf der Anlage. Ananas, Litschi, weiße Johannisbeeren, gereifter Pfirsich – mir insgesamt fast ein wenig zu einseitig auf der rein fruchtigen Seite. Aber ein schöner, einfacher Begleiter für ein asiatisches Essen, mit umgerechnet etwa 10 EUR pro Flasche ein ordentliches Preis-Genuss-Verhältnis in der Flasche.
Der 2022er Chenin Blanc, ebenfalls an- und ausgebaut im Hauptweingut in Wellington, hat in der 2024er Ausgabe von Platter´s Wine Guide maximale 5 Sterne erhalten. Er wurde ausgebaut sowohl im Beton als auch anschließend im Holz. Die Aromen reichen von Grapefruit, über Kräuter, Schiefer, Kreide bis hin zu Bienenwachs. Gradlinig und trinkanimierend – ein schöner Wein. Schade nur, dass das Highlight der Verkostung nicht von hier oben kommt.
Der 2021er Cinsault anschließend hatte es sicher schwer, wäre aber auch sonst über ein „gut“ nicht hinausgekommen. Samtig, rote Beere, leicht gekühlt ein guter Begleiter, macht, was er muss als Cinsault, aber halt auch nicht mehr.
Besser ist es dem 2019er Pinot Noir „Magnum Opus“ ergangen (oder mir mit ihm), der auch hier in Hemel-en-Aarde angebaut wurde. Auf der Frucht überwiegend Brombeere, dazu Aromen von Fleisch, Tabak. Leder, Pfeffer und Zedernholz, seine 14 Vol.% Alkohol merkt man ihm nicht an. Er kommt mit einem vollen Körper daher, was ich manchmal bei Pinot Noir mag. Für seine umgerechnet 17 EUR ein sehr gutes Preis-Genuss-Verhältnis.
War es unter dem Strich ein gutes Weintasting? Bosman Family Vines, also die aus Wellington, wurden in der 2024er Ausgabe von Platter´s Wine als „Winery of the Year“ ausgezeichnet. Ich bin überzeugt, man sollte auch Bosman Hermanus für die Zukunft „auf dem Schirm“ haben. Da ist Potential drin!
Bosman Hermanus Cottage
Einen kleinen Exkurs muss, nein möchte ich noch zur Ferienwohnung auf der Anlage machen. Die bekommt auch von uns 5 Sterne. Das Cottage liegt ein paar Hundert Meter entfernt vom Frame House, der nächste Nachbar ist 4 km Luftlinie entfernt, hier oben ist Ruhe pur. Das Cottage bietet mit zwei Schlafzimmern Platz für 4 Personen und ist wirklich sensationell gut und geschmackvoll eingerichtet. Meine Highlights aber waren die offene Braai-Station im Patio, und der Sonnenaufgang über dem Upper Hemel-en-Aarde Valley morgens um 6 Uhr. Einfach sensationell. Infos und Buchungen direkt über ihre Webseite.
Bouchard Finlayson ist ein 1989 gegründetes Boutique-Weingut, das im Hemel-en-Aarde Valley in Südafrika liegt. Das Weingut widmet sich der Herstellung von Pinot Noir, Chardonnay und Sauvignon Blanc von herausragender Qualität. Der Gründer Peter Finlayson ist für seine Pionierarbeit bei der Erzeugung von Pinot Noir von Weltklasse in den südafrikanischen Weinbergen berühmt. Als erster Winemaker hat er ab 1979 das Weingut Hamilton Russell in Hemel-en-Aarde aufgebaut. Der Erzählung nach soll Peter Finlayson, der u.a. in Geisenheim Weinbau studiert hat, über Weinbau in dieser Region einmal gesagt haben, dass man Weine im Rheingau anbauen könne, es natürlich auch hier gehe.
Mit seinem eigenen Weingut hat er sich einen weltweiten Ruf für die Herstellung unvergesslicher Weine erworben. Weine, die das einzigartige Terroir des Hemel-en-Aarde Valley widerspiegeln, das von alten Böden und kühlen Brisen vom Meer beeinflusst wird. Neben dem hochgelobten Pinot Noir ist das Weingut auch für seinen preisgekrönten Chardonnay, Sauvignon Blanc und eine rote französisch/italienischen Cuvée namens „Hannibal“ bekannt. Im Laufe der Jahre ist Bouchard Finlayson zu einem Synonym für hervorragende Weine geworden, wobei seine Tête de Cuvée- und Galpin Peak Pinot Noirs zu den besten Südafrikas zählen.
Weinbau im Hemel-en-Aarde Valley
Das maritime Klima des Hemel-en-Aarde Valley hat einen erheblichen Einfluss auf den Geschmack der Weine von Bouchard Finlayson. Die kühle Meeresbrise und die dadurch gemäßigten Temperaturen im Weinberg schaffen ein ideales Umfeld für den Anbau von Trauben, insbesondere Pinot Noir, Chardonnay und Sauvignon Blanc. Dieses Klima verlangsamt den Reifungsprozess der Trauben, so dass sie komplexere Geschmacksrichtungen und Aromen entwickeln können. Daher sind die Weine von Bouchard Finlayson für ihre Reinheit, Eleganz und Lebendigkeit bekannt und spiegeln die einzigartigen Eigenschaften des kühlen Klimas und der maritimen Lage wider, die die Weinberge definieren.
Die Weinprobe bei Bouchard Finlayson
Von Hermanus kommend liegt das Weingut liegt am Ende des ersten Drittels, da, wo das Tal noch etwas schmaler ist. Erst kurz danach, oberhalb von La Vierge öffnet es sich noch weiter. Es bietet nicht die ganz so imposanten Blicke, die man von anderen Weingütern entlang der Route hat. Aber die Anlage ist sehr schön, insbesondere im kleinen Innenhof mit dem Brunnen sitzt man ganz gemütlich.
Auch das Personal ist freundlich. Es ist überhaupt nichts falsch hier, und doch fehlt mir auch nach dem mittlerweile zweiten Besuch etwas. Das Weingut ist mir zu unpersönlich, bei aller Eleganz zu steril, es kommt kein Gefühl der Gastlichkeit auf. Was aus meiner Sicht ein Makel für Bouchard Finlayson ist, weil wesentliche Aspekte fehlen, die man mit dem Wein auch Jahre später noch verbinden könnte. Markeninszenierung geht halt nun einmal weit über das Produkt hinaus.
Wie üblich bieten sie diverse Weintastings an, vom Flagship Tasting (R350) über das Premium Tasting (R150) bis hin zu Pairings mit kleinen Gerichten. Pairings mit kleinen Häppchen, Käse oder Schokolade sind ja nicht neu. Was ich hier zum ersten Mal gesehen habe, war ein Tasting mit französischen Macarons (R220). Sehr gut fand ich auch, dass man einzelne Weine individuell für jeweils R60 probieren kann. Warum davon die Flagship Weine ausgeschlossen sein müssen, habe ich wiederum nicht verstanden. Ich meine, die Flaschen sind offen, warum verwehrt man Gästen das? Das ist nicht schlau.
Spaß im Glas
Ich habe mich für das Premium Tasting entschieden, in dem der Crocodile´s Lair Chardonnay 2022, Galpin Peak Pinot Noir 2022, sowie der Hannibal 2020 zur Verkostung kommen. Der Chardonnay ist sehr klassisch ausgebaut, ganz gradlinig, säurebetont, bringt eine leichte Mineralik mit, Burgund halt. Die Länge seines Abgangs war bemerkenswert. Der Pinot Noir hat mich überrascht, die typischerweise rotfruchtige Aromen fehlen nahezu komplett, dafür ganz viel reife Pflaume gepaart mit einer herrlichen Würzigkeit, fast wie bei einem Cabernet Franc. Hannibal ist eine eher untypische Cuvée aus den französischen und italienischen Rebsorten Sangiovese, Pinot Noir, Shiraz, Nebbiolo, Mourvédre und Barbera. Hannibal und seine afrikanischen Elefanten, die ihm bei seiner Überquerung der Alpen von Frankreich nach Italien geholfen haben, stand als Namensgeber für diesen Wein. Schöne Geschichte. Der Wein selbst bringt Aromen von Veilchen ins Glas, ganz viel Café, Fleisch und feuchte Erde, sanfte, samtige Tannen.
Unterm Strich war auch der diesmalige Besuch bei Bouchard Finlayson einwandfrei und ist durchaus empfehlenswert. Er bleibt aber nicht so in Erinnerung, wie es sein könnte. Unter den Weingütern im Hemel-en-Aarde Valley für mich eher im Mittelfeld. Aktuelle Öffnungszeiten und Angebote findet ihr hier direkt auf ihrer Webseite.
Ich bin gerade im Hemel-en-Aarde-Valley, einem verborgenen Juwel in der beeindruckenden Weinlandschaft der Western Cape Provinz Südafrikas. Mein absolutes Lieblings-Weingebiet in Südafrika! Dieses malerische Tal, dessen Name poetisch „Himmel und Erde“ bedeutet, liegt nicht weit von der berühmten Küstenstadt Hermanus. In diesem Blogbeitrag tauche ich in die Welt des Hemel-en-Aarde-Valleys ein, um Euch zu zeigen, was dieses Weinanbaugebiet aus meiner Sicht so einzigartig macht.
Die Magie des Hemel-en-Aarde-Valleys
Das Hemel-en-Aarde-Valley besticht durch seine ruhige, idyllische Lage, eingebettet zwischen majestätischen Bergen und dem kühlen Atlantik. Diese besondere Lage verleiht dem langsam aber stetig nach hinten aufsteigenden Tal ein einzigartiges Mikroklima, das ideal für den Weinanbau ist. Als Balance zur Wärme sorgen kühlen Brisen vom Meer dafür, dass die Trauben langsam und gleichmäßig reifen. Diese regelmäßigen Tag/Nacht-Temperaturunterschiede sind entscheidend für die Entwicklung komplexer Aromen und ausgewogener Säurestrukturen. Das Tal profitiert auch von seiner vielfältigen Bodenbeschaffenheit, die von reichem Lehm bis hin zu kiesigen Untergründen reicht, was den Weinen eine außergewöhnliche Tiefe und Komplexität verleiht.
Burgunder prägen das Hemel-en-Aarde-Valley
Das Hemel-en-Aarde-Valley ist vor allem für seine herausragenden Pinot Noir und Chardonnay Weine bekannt. Diese Rebsorten profitieren besonders von dem kühlen Klima und den vielfältigen Bodenbedingungen des Tals. Pinot Noir, bekannt für seine Empfindlichkeit, gedeiht hier in der kühlen Brise und bringt elegante, komplexe Weine hervor. Chardonnay, ebenfalls eine klimasensitive Sorte, entwickelt in diesem Mikroklima seine charakteristische Balance aus Fruchtigkeit und Mineralität.
Von der Küste aus ziehen sich insgesamt 23 Weingüter wie am Schnürchen über 20 km durch das malerische Tal nach oben in Richtung Caledon. Meine persönlichen Favoriten davon sind:
Hamilton Russell Vineyards: Mit Sicherheit das bekannteste Weingut im Tal, berühmt für seine erstklassigen Pinot Noir und Chardonnay Weine.
Bouchard Finlayson: Ein Boutique-Weingut, das sich auf Pinot Noir spezialisiert hat und für seine Terroir-geprägten Weine bekannt ist. Hier geht es zum Bericht meines letzten Besuchs mit Weinprobe.
Bosman Hermanus: Wurde gerade in der aktuellen Ausgabe von Platter´s Wine Guide zur Winery of the Year 2024 gekürt.
Newton Johnson Vineyards: Ein Familienbetrieb, der sich einen Namen für seine hochwertigen Pinot Noir und Chardonnay Weine gemacht hat. Erstklassiges Restaurant!
Hasher Famila Estate (ehemals Sumaridge): Hiervon war ich begeistert bei meiner letzten Reise in 2019, tolle Weine, toller Service. Schöne Experience, weshalb ich sie gerne aufliste. Wurden vor wenigen Jahren vom belgischen Ehepaar produzieren weiterhin Weine, haben aber leider bis auf Weiteres für Besucher geschlossen.
Creation Wines: Dieses Weingut bietet nicht nur hervorragende Weine, sondern auch ein beeindruckendes kulinarisches Erlebnis.
Ataraxia Wines: Bekannt für ihre elegante Architektur und exzellente Chardonnay-Produktion.
Domaine Des Dieux: Geografisch eines der letzten der Weingüter am Ende des Valley, aber offiziell das erste, das in Hemel-en-Aarde MCC, also Schaumweine im traditionellen Champagner Verfahren herstellt.
Wine Hopper Safari
Der für mich beste Weg, die Weingüter des Hemel-en-Aarde-Valley zu erkunden ist die Wine Hopper Safari, die ein Anbieter von Hermanus aus anbietet. Im 30-Minuten-Takt fahren zahlreiche Safari-Jeeps von Hermanus aus ins Tal und halten an 10 der 23 Weingüter. Wie bei einer Stadtrundfahrt kann man an jedem Weingut aussteigen, ein Weintasting machen oder auch hervorragend Mittagessen. Und nach 30, 60 oder 90 Minuten springt man in den nächsten Safari-Jeep und fährt weiter.
Die Tour wird sehr von Touristen und Walbeobachtern auf ihrem Trip entlang der Garden Route gerne gemacht. Aber auch weinbegeisterte, heimische Tagesausflügler aus Kapstadt haben hier ihre Freude und ihren Spaß. Von Weingut zu Weingut wird die Stimmung fröhlicher, man muss nur aufpassen, dass man den letzten Safari Jeep um etwa 17 Uhr zurück nicht verpasst. Wobei wir den Eindruck hatten, die Fahrer verlieren nie Überblick über ihre „Schäfchen“ und halten sich untereinander gut informiert.
Hemel-en-Aarde Valley – mein Himmel auf Erden
Für mich ist das Hemel-en-Aarde-Valley mehr als nur ein Weinanbaugebiet. Es ist ein Tal, an dem die Leidenschaft für Wein, das einzigartige Terroir und die Schönheit der Natur eine ganz eigene, harmonische Liaison eingehen. Ihr merkt es vielleicht, ich bin verliebt. Der Besuch in diesem Tal bietet die Möglichkeit, exzellente Weine kennenzulernen, und gleichzeitig in eine Natur voller Schönheit und Ruhe einzutauchen. Hier ist alles so ruhig für das Auge, so unaufgeregt, herrlich! Für Weinliebhaber ist Hemel-en-Aarde ein unvergessliches Erlebnis und absolutes „must“.
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