Weingut Prüm und die Wehlener Sonnenuhr

Das Weingut SA Prüm ist mit einer der berühmtesten Sehenswürdigkeit der Mittelmosel eng verbunden. Jeder Besucher der Mosel kennt sie, die Wehlener Sonnenuhr, gebaut an einem Schieferstein oben in den Steillagen inmitten von Reben. Der berühmte Zeitmesser und Namensgeber einer der Top-Lagen der Gemeinde Wehlen wurde 1842 von Jodocus Prüm erbaut, einem Vorfahren von Saskia Prüm, der heutigen Besitzerin des Weingutes SA Prüm. Das Weingut liegt im Ortsteil Wehlen, und dort direkt an der Mosel an der Uferallee. Aus Bernkastel-Kues kommend ist das Weingut das perfekte Ziel für einen Spaziergang entlang des Flusses.

Die Steilhanglagen des Weingut SA Prüm an der Mittelmosel
Steillagen an der Mosel zwischen Bernkastel, Graach und Wehlen

Die Geschichte des Weingut Prüm

Namentlich erwähnt wurde die Familie Prüm in Dokumenten erstmals 1156. Sie ist damit bereits seit mehr als 860 Jahren an der Mittelmosel im Weinbau aktiv. Die Weinbergslagen von damals werden bis heute von der Familie bewirtschaftet. Aber es sollte dennoch bis 1911 dauern, bis Matthias Prüm das heutige Weingut Prüm gründete und nach seinem Vater Sebastian Alois Prüm nannte. Bis vor wenigen Jahren wurde das Weingut von Raimund Prüm geführt, auch als „der rote Prüm“ bekannt. Raimund Prüm war Gründungsmitglied des Verbandes der Prädikatsweingüter in Deutschland und kompromisslos in Sachen Qualität. Er ist einer derjenigen Winzer der Mosel, denen die gesamte Weinbauregion ihre Spitzenstellung weltweit verdankt. Aber nicht nur am weltweiten Ansehen war Raimund Prüm gelegen, er wollte vor allem auch die Weinkultur in Deutschland entwickeln. Und so arbeitete er 2007 erstmals mit dem Discounter Aldi zusammen, für deren Kundschaft er extra einen preisgünstigen Riesling produzierte. Der Aufschrei derer war groß, die die Idee hinter seinem Projekt nicht verstanden haben. Es ging Prüm darum, neue Kunden an das Produkt Mosel Riesling heranzuführen. Auf diesem Weg wollte er sie schrittweise an höhere Qualitäten und Kaufpreise heran- und vom billigen 2,79 Euro Massenwein wegzuführen.

Seit 1. Juli 2017 wird das Weingut Prüm von seiner Tochter Saskia Andrea geführt. Mit den Initialen der diplomierten Weinbauingenieurin wird das Weingut erstmals nicht nur von einer Frau, sondern wirklich von einer SA geführt.

Rieslinge aus den besten Lagen des Weingut SA Prüm
Rieslinge aus den besten Lagen der Mittelmosel

100% Riesling pur

Im Weingut SA Prüm hat man sich voll und ganz dem Riesling verschrieben. Die Karte weist zwar einen Pinot Noir aus, für dessen Erzeugung werden jedoch Trauben von ausgewählten Produzenten aus der Region zugekauft.

SA Prüm bewirtschaftet ausschließlich Steilhanglagen mit Süd- bis Südwestausrichtung, gelegen entlang der Mosel auf einer Länge von etwa 4 km von Bernkastel bis zum Ortsteil Wehlen. Die Hänge zeichnen sich neben ihres starken Gefälles vor allem durch ihre mineralstoffreichen Schieferböden aus. Die steilen Schieferhänge über den Flüssen speichern tagsüber die Sonnenwärme und geben sie nachts wieder ab. Die Wurzeln der Reben dringen weit mehr als 10 Meter tief in den Boden ein, um sich dort mit Wasser und Nährstoffen zu versorgen. Aus hier geernteten Trauben lassen sich dadurch einzigartig feine, fruchtige Weine mit einer für die Mosel bzw. ihren Boden typischen Mineralik erzeugen.

Vinothek im Weingut SA Prüm
Die Vinothek des Weingutes SA Prüm

Weinprobe auf dem Weingut SA Prüm

Eine Weinprobe bei Prüm kann schon sein zwei Stunden dauern, die Vinothek ist werktags und an Samstagen geöffnet. Es bietet sich aber an, sich vorher anzumelden um in den Genuss der vollen Aufmerksamkeit zu gelangen. Das Tasting wird pro Person mit 15 Euro berechnet. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sich lohnt!

In die Verkostung kamen bei uns etwa 14 Weine aus einer Auswahl an über 60 Weinen. Die extrem gastfreundliche Mitarbeiterin in der Vinothek ist dabei auf unsere Vorlieben und Interessen sehr gut eingegangen und hat uns einen informativen Aufenthalt beschert. Ein weiterer Vorteil wenn man sich vorab zur Weinprobe anmeldet.

Bemerkenswert fand ich eine ganze Auswahl mehrere, ganz verschiedener Weine. Auch wenn die Reben für ihren Pinot Noir Rosé nicht selber anbauen, als einfacher Sommerwein hat mir der Jahrgang 2018 super gefallen. Und mit 9,50 Euro pro Flasche ist das Preis-Genuss-Verhältnis auf der heimischer Terrasse schwer zu überbieten. Auch ihr Gutswein 2017 Prüm Blue Kabinett Trocken habe ich in sehr guter Erinnerung behalten. Mit 8,2 Gramm Restzucker ist er am oberen Ende meiner persönlichen Skala für einen trockenen Wein, aber sein erfrischendes Säure-Süße-Spiel mochte ich gerne leiden. Für 13,50 Euro erhält man einen sehr ordentlichen Einstiegswein!

Meine beiden Highlights allerdings waren zwei Rieslinge aus der Lage Wehlener Sonnenuhr. Einmal das Große Gewächs „Alte Reben“ aus dem Jahr 2012 (34,50 Euro), sowie der 2009er Riesling „Devon“ Kabinett Trocken (19,50 Euro). Diese beiden Rieslinge zeigen in trockener Form das ganze Potential der Mosel: Elegante, fruchtige Weine, eine frische und trinkanimierende Säure, und schnörkellose Mineralik. In Verbindung mit der Freundlichkeit der Gastgeber ist sowohl die Mosel als auch das Weingut SA Prüm definitiv eine Reise wert!

Weingut S.A. Prüm
Uferallee 25-26
54470 Bernkastel-Kues (Wehlen)

Anfahrt via GoogleMaps

Telefon: +49 6531 3110
Mail: info@sapruem.com
www.sapruem.com

Markus Molitor – einmaliger Wein vom einmaligen Winzer

Der Aufgang zur Vinothek am alten Gutshaus am Klosterberg

Einfach gemacht hat es der Wein Markus Molitor nicht gerade. Als junger Winzer im Alter von 20 Jahren übernimmt er 1984 von seinem Vater zwei Hektar Rebfläche in Bernkastel-Wehlen an der Mosel. Kurz darauf gerät die gesamte deutsche Weinwirtschaft in eine existenzielle Krise, die bis tief in die 1990er Jahre andauern wird. Aber der junge Winzer Markus Molitor hat eine Vision von Wein. Also kauft er über die Jahre ein Portfolio der besten Steillagen der Mosel, setzt bedingungslos auf Qualität und verzichtet bis heute auf das „schnelle Geld“. Das sind die wesentlichen Zutaten, auf denen die Anerkennung ruht, die sich der Winzer Markus Molitor erarbeitet hat. Und mit denen er darüber hinaus einer derjenigen Ausnahmewinzer ist, der mit seinem Schaffen einer ganzen Anbauregion zurück zu alter Größe verholfen hat.

Die Erfolgsgeschichte des Markus Molitor

Heute bewirtschaftet Markus Molitor eine Rebfläche von etwa 70 Hektar entlang der Mosel. Er setzt ausschließlich auf Top-Lagen, in denen bis über 100 Jahre alte, wurzelechte (!) Reben stehen. Die steilsten Hanglagen weisen 80% Gefälle auf, das ist schon von unten ein imposanter Anblick. Es sind die Top-Lagen wie Wehlener Sonnenuhr, Zeltinger Sonnenuhr, Würziger Gewürzgarten, Bernkasteler Badstube oder Graacher Himmelreich, um nur einige zu nennen. Zudem bewirtschaftet Markus Molitor mittlerweile knapp 30 Hektar Rebfläche an der Saar. Dort, an der kleineren Schwester der Mosel, arbeitet Molitor eng mit dem Weingut Van Volxem und dessen Besitzer Roman Niewodniczanski zusammen.

Naturnaher Anbau, geringe Erträge und mehrfaches Lesen ausschließlich von Hand sind Markus Molitors handwerkliche Qualitätsfaktoren im Weinberg. Im Keller setzt er unter anderem auf 100% Spontanvergärung, den Verzicht auf stabilisierende Maßnahmen – und vor allem auf Zeit. Denn nur etwa 40% vom jeweils aktuellen Jahrgang geht in den Verkauf. Der Rest kommt in den Keller, dort wird er schließlich keinesfalls schlechter.

Der Wein von Markus Molitor

Ein Anteil von 94% der Rebfläche von Molitor ist mit Riesling bepflanzt. Daneben baut Markus Molitor in geringen Mengen Wein aus Pinot Blanc und Pinot Noir an, die sich aber auch nicht verstecken müssen. Aus seinen Rebflächen produziert Markus Molitor jährlich bis zu 40 verschiedene Rieslinge. Grund dafür ist seine Akribie, die er an den Tag legt wenn es um die Qualität seiner Weine geht. Da werden häufig keine ganzen Trauben geerntet, sondern nur einzelne Beeren. Diese mehrfache Selektion im Weinberg folgt seinem Motto „Reife statt Öchsle“ und ist die Grundlage für die Qualität dessen, was später gemeinsam in der Flasche liegt.

Die Weinprobe bei Markus Molitor

Die Vinothek am Klosterberg ist an Werktagen für spontane Besuche geöffnet. Da wir in einer Gruppe unterwegs waren, haben wir uns vorher angemeldet. An Wochenenden und Feiertagen öffnet die Vinothek nur nach Terminvereinbarung.

Die Weinprobe wird mit 20 Euro pro Person berechnet, die ab einem Bestellwert von 300 Euro pro Person erlassen wird. Aus vielen Weinbauregionen in Deutschland sind wir keine Eintrittspreise gewohnt. Mir hingegen kommen sie ganz recht. Denn erstens entfällt ggfs. die gefühlte Verpflichtung zum Kauf nach der Weinprobe, zweitens ist es eine Dienstleistung von zwei Stunden, und drittens werden meist auch bessere Weine ausgeschenkt. Und genau das sollte sich bei der Weinprobe bei Markus Molitor bewahrheiten.

Aus einer Auswahl von insgesamt 46 Weinen, davon vier Pinot Blanc und drei Pinot Noir, haben wir in zwei Stunden Tasting insgesamt 12 Weine verkostet. Angefangen vom „einfacheren“ Wehlener Klosterberg Kabinett, der dafür bereits fünf Jahre alt war, über den Drei-Sterne-Wein 2011er Erdener Treppchen Auslese, bis hin zur Trockenbeerenauslese 2006 Zeltinger Schlossberg. Die Flasche dieses Weines kostet ab Weingut allein 115 Euro. Ohne einen Unkostenbeitrag von 20 Euro würde kein Winzer der Welt einen solchen Wein in eine Verkostung geben. Daher bin ich fast froh, wenn die (höhere) Leistung auf einem Weingut auch einen Preis hat.

Mein persönliches Fazit

Meine Highlights – und anschließende Begleiter auf dem Weg nach Hause – waren die beiden trockenen Rieslinge 2017 Zeltinger Sonnenuhr Spätlese (weiße Kapsel) und 2017 Zeltinger Sonnenuhr Auslese (weiße Kapsel). Beides feinfruchtige Charakter mit Aromen von Zitrus, Grapefruit, und einer leicht salzigen Mineralik am Gaumen, die ich mir gerne für ein paar weitere Jahre in den Keller lege. Obwohl ich ein Anhänger trockener Weine bin, bei mir in der Regel kein Wein mit mehr als 4 Gramm Restzucker ins Glas kommt, habe ich mich spontan in den 2003er Graacher Domprobst Auslese (grüne Kapsel) verliebt, ein feinherber Riesling mit einem tollen Spiel zwischen Säure und Süße, der bei mir bald ein paar Scampis vom Grill zum Highlight werden lassen.

Ich mochte die moderne, ruhige und freundliche Atmosphäre, und die sehr freundliche, informative und sachkundige Weinprobe. Markus Molitor bietet erstklassige Weine – von trocken über feinherb bis zum fruchtsüßen Dessertwein. Wer sich ein Bild davon machen möchte, was die Mosel „kann“, sollte den Wein von Markus Molitor probieren – am besten gleich auf dessen Weingut, die Reise lohnt sich!

Weingut Markus Molitor
Haus Klosterberg
54470 Bernkastel-Wehlen

Telefon: +49 6532 95400 0
eMail: info@markusmolitor.com

Anfahrt (via Google Maps)

www.markusmolitor.com

Weingut Van Volxem und seine visionären Bierbrauer

Das Stammhaus von Van Volxem

Obwohl 1743 ursprünglich als Klosterweingut gegründet, wurde die Geschichte des Weingutes Van Volxem eher von Bier denn der Kirche geprägt. Denn nach der Übernahme durch den Trierer Bierbrauer Gustav van Volxem Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Weingut vier Generationen lang durch seine Familie geführt. Nach einigen Besitzerwechseln in den für den deutschen Weinbau schwierigen 1980er/1990er Jahren, wurde das Weingut an der Saar im Jahr 1999 erneut von einem Bierbrauer übernommen. Roman Niewodniczanski aus der Bierbrauerdynastie der Bitburger Brauerei ist heute stolzer Eigentümer des Weingutes. Er hat damit offensichtlich mehr als nur interessante Pläne. Ein Besuch des Weingut Van Volxem und eine Weinprobe mit Blick auf die Saar lohnen sich mehr denn je!

Tradition und Fortschritt an der Saar

Nirgends kann man gleichzeitig Tradition und Zukunft von Winzerhandwerks und Weinwirtschaft so deutlich erkennen wie an der Saar bei Van Volxem. Das Stammhaus liegt in der Ortsmitte von Wiltlingen direkt neben der Kirche. Das ursprüngliche, altehrwürdige Klosterweingut wurde durch Roman Niewodniczanski aufwändig und Denkmalschutz gerecht restauriert. Dunkle Holzböden, holzvertäfelte Wände und Decken, ein schwerer Holztisch und antike Ledersessel prägen das Bild. Draussen ein malerisch eingewachsener Garten mit altem Baumbestand und schattigen Plätzchen.

Die Weine der Saar zählten vor 100 Jahren zu den teuersten Weinen der Welt. Und so präsentiert sich das Stammhaus von Van Volxem wie man sich die Residenz eines wohlhabenden Winzers vorstellt. Zugleich präsentiert sich das Stammhaus aber auch wie ein Blick in die Vergangenheit. Dem etwas Neues hinzuzufügen, dem Weingut und mit ihm der gesamten Region eine neue Vision für die Zukunft zu geben, das hat sich Roman Niewodniczanski offensichtlich vorgenommen.

Aufbruch im Weingut Van Volxem

Van Volxem hat sich nicht weniger vorgenommen als zu den goldenen Zeiten des Weinbaus an der Saar zurückzukehren. Grundlage dafür ist, heute wie früher, der kompromisslose Fokus auf erstklassige, handwerkliche Qualität. Bei Van Volxem kommt zudem schnell das Stichwort Nachhaltigkeit ins Spiel, einer der wesentlichen Gründe für den Neubau auf dem Wiltinger Schlossberg. Hoch oberhalb von Wiltingen und der Saar präsentiert sich das moderne Weingut Van Volxem. Die Fassaden aus hellem, freundlichen Muschelkalkstein, die Gebäude in modernen, geradlinigen Formen. Der Turm, in dem Weinproben stattfinden und Gäste zu Events empfangen werden, bietet aus über 8 Meter breiten Fenstern herrliche Ausblicke auf die Umliegenden Weinberge, von denen Van Volxem in den letzten Jahren viele zugekauft hat. Nur Toplagen versteht sich, Schiefersteillagen, die meisten in Süd- oder Südwestausrichtung, denn das Ziel heißt ja Weltspitze.

Beim Weinbau und im Keller setzt Van Volxem auf naturnahen Anbau und Ausbau. Die Reduzierung von Erträgen, Lese ausschließlich von Hand, weitestgehender Verzicht auf Behandlungsstoffe und 100% spontane Vergärung im Keller. Der Neubau des Weingutes erlaubt es, für die Erzielung erstklassiger Qualität wesentliche Traditionen sicherzustellen und zugleich mit modernen Methoden und einer modernen Logistik zu unterstützen.

Impulsgeber für die gesamte Weinwirtschaft

Die moderne Form der Inszenierung eines Weingutes ist auch für den Besucher neu. Denn solche Inszenierungen, die insbesondere in der Neuen Welt, ob in Kalifornien, Südafrika oder Australien schon normal ist, sehen wir bislang noch nicht häufig in Deutschland. Während aus meiner Sicht bei uns oft noch zu sehr die Weinseligkeit der Drosselgasse zelebriert wird, läuft anderswo die Entwicklung weiter. Aber mit Blick auf den Generationenwechsel bei den Weinkäufern ist eine solche Weiterentwicklung für die deutsche Weinwirtschaft genauso wichtig wie für die touristische Anziehungskraft der Region. Was auf dem Weingut Van Volxem an der Saar entsteht, ist somit hoffentlich auch ein Signal an die gesamte Weinwirtschaft. Sie braucht solche Gamechanger wie Roman Niewodniczanski, die Traditionen schätzen und aus ihnen heraus Neues entwickeln.

Weinprobe bei Van Volxem an der Saar

Unser Besuch an der Saar auf dem Weingut Van Volxem fand noch vor der offiziellen Eröffnung des Neubaus statt. Womöglich werden Besucher zukünftig flexibler empfangen, wir hatten uns vorab verbindlich für eine Weinprobe mit Termin angemeldet. Für die Weinprobe bei Van Volxem sollte man sich zwei Stunden Zeit einplanen, sie wurde mit 25 Euro pro Person berechnet. Der Preis erscheint insbesondere uns deutschen Besuchern vielleicht hoch, anders als in anderen Regionen der Welt sind wir es häufig nicht gewohnt für eine Weinprobe zu bezahlen. Das ist an der Mosel grundsätzlich eh anders, aber 25 Euro pro Person ist für manche schon ein Wort. Ganz persönlich habe ich keine Schwierigkeiten damit, denn es reduziert die subjektiv häufig gefühlte Pflicht nach einer Weinprobe etwas kaufen zu müssen. Zudem habe ich häufig die Erfahrung gemacht, dass man die wirklich guten Weine nicht zu probieren bekommt, wenn die Weinprobe nichts kostet.

Die Weine von Van Volxem

Und genau deshalb haben sich für mich die 25 Euro bei Van Volxem gelohnt. Denn als Gegenwert haben wir eine Auswahl von mehr als 10 Weinen verkostet, vom Riesling Sekt über den einfachen Gutscheinen bis hin zu den Großen Gewächsen, von trocken bis feinfruchtig. Mit Ausnahme von zwei Weissburgundern und einem Sekt aus Pinot Noir und Chardonnay produziert das Weingut Van Volxem an der Saar ausschließlich Rieslinge.

Die Fokussierung auf Qualität zeigt sich darin, das selbst seine Basisweine aus Toplagen erzeugt werden. Und trotzdem war ich richtig überrascht von ihrem Ortswein, dem 2017er Wiltinger Riesling. Zugegeben, die Flasche war zum Zeitpunkt der Weinprobe schon eine Weile geöffnet, aber eine solchen Duft weißer Blüten hatte ich bei einem Riesling noch nie in der Nase. Am Gaumen indes war seine salzige Mineralik so herrlich erfrischend, dass ich mir fast hätte nachschenken lassen wollen. Der Preis von 13,90 Euro pro Flasche sichert ein Preis-Genuss-Verhältnis das seinesgleichen sucht. Für mich das zweite Highlight war ein Riesling der weltweit bekanntesten Lage an der Saar, das Große Gewächs des 2017er Scharzhofberger Riesling. Ein gradliniger Riesling mit eleganter Frucht und ebenfalls einer herrlichen, salzigen Mineralität. Mit 38 Euro pro Flasche hat diese Qualität wie jedes andere Große Gewächs ihren Preis. Mit Blick auf die Preise großer Crus anderer Regionen oder einem Blick in historische Dokumente von vor 100 Jahren relativieren sich diese 38 Euro sehr schnell.

Mein Fazit: Ich bin froh über diesen Abstecher an die Saar während meines Weintripps. Und Van Volxem war nicht nur ein schönes Erlebnis, sondern hat erfolgreich Werbung für eine ganze Region gemacht. Ich komme gerne wieder!

Weingut Van Volxem
Zum Schlossberg 347
54459 Wiltingen / Saar

Telefon: +49 (0)6501 9477800
Mail: office@vanvolxem.com

Anfahrt via Google Maps

www.vanvolxem.com

Mosel – eine Weinregion, drei Flüsse, eine Rebsorte

Weinberge an der Mosel

Die Weinregion Mosel, die sich entlang des längsten Nebenflusses des Rheins erstreckt, umfasst auch die malerischen Täler der Saar und Ruwer. Sie ist sicher eine der prestigeträchtigsten und malerischsten Weinlandschaften Deutschlands. Gelegen im Westen Deutschlands, schlängelt sich die Mosel durch steile, terrassierte Weinberge, vorbei an historischen Dörfern und mittelalterlichen Burgen. Ihre Weingeschichte reicht bis in die römische Zeit zurück, schon der preußische König Friedrich Wilhelm IV., waren fasziniert von der Schönheit und den Weinen dieser Region. Die Weinkultur hat die Landschaft und das Leben der Menschen hier über Jahrhunderte geprägt.

Weinbau an Mosel, Saar und Ruwer

Die Mosel-Region, die sich durch ein kühles, gemäßigtes Klima auszeichnet, ist ideal für den Weinbau. Die einzigartigen Schieferböden und die steilen Südhänge entlang der Flüsse Mosel, Saar und Ruwer bieten perfekte Voraussetzungen für die Reben. Diese geographischen Besonderheiten führen zu einer optimalen Sonneneinstrahlung und Wärmespeicherung, welche die Reifung der Trauben begünstigen.

Die Qualität der Moselweine wird maßgeblich durch den Reifeprozess der Trauben beeinflusst. Die lange Wachstumsperiode ermöglicht es den Trauben, langsam und gleichmäßig zu reifen, was die Entwicklung komplexer Aromen und einer ausgewogenen Säure fördert. Intensive Sonneneinstrahlung in den Hanglagen tagsüber, und Abkühlung in der Nacht durch die kühlende Wirkung der Flüsse tragen dazu bei, dass die Trauben ihre volle Aromatik entwickeln und dabei ihre frische Säure behalten.

Die Mosel ist vor allem für den Riesling bekannt, der hier in höchster Qualität gedeiht. Laut Aufzeichnung waren Mosel-Rieslinge in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in den besten Restaurants in New York teurer als die teuersten Burgunder. Auch heute stammen die teuersten Weine Deutschlands von hier, genau gesagt von Egon Müller und der Lage „Scharzhofberger“. Die „Königin der weißen Reben“ findet in den mineralreichen Schieferböden und dem einzigartigen Mikroklima der Region ideale Bedingungen.

Mit Exzellenz auf allen Ebenen möchte Roman Niewodniczanski Rieslinge von der Saar wieder an die Weltspitze bringen.

Bekannte Orte und Weinberglagen

Die Mosel-Region ist gespickt mit malerischen Dörfern und Städten, die für ihren Weinbau bekannt sind:

  • Bernkastel-Kues: Berühmt für seine malerische Altstadt und die erstklassigen Rieslinge.
  • Cochem: Bekannt für seine romantische Lage an der Mosel und seine hervorragenden Weinlagen.
  • Trier: Natürlich, die älteste Stadt Deutschlands mit einer reichen Weinbauhistorie.
  • Piesport: Berühmt für den „Piesporter Goldtröpfchen“, eine der renommiertesten Weinlagen der Region.
  • Saarburg: Bekannt für seine malerischen Weinberge entlang der Saar.
Bereits seit dem 12. Jahrhundert an der Mosel, Qualitätsrevolution der Übernahme durch Saskia A. Prüm 2017 

Von den exzellenten Weinbergslagen der Region wurden viele vom Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) als Große Lagen klassifiziert:

Top Weinbergslagen – VDP Große Lagen

  • Wehlener Sonnenuhr: Eine der berühmtesten Weinlagen, bekannt für ihre eleganten und komplexen Rieslinge. Das Weingut S.A. Prüm ist hier ein prominenter Vertreter.
  • Scharzhofberger: Einer der renommiertesten Weinberge an der Saar, bekannt für seine außergewöhnlichen Rieslinge. Auch Van Volxem erzeugt aus dieser Lage exzellente Große Gewächse!
  • Bernkasteler Doctor: Eine der legendärsten Weinlagen an der Mosel mit hochpreisigen und begehrten Weinen. Markus Molitor, obwohl nicht VDP Mitglied, erzeugt aus dieser Lage erstklassige Weine!
  • Erdener Prälat: Eine kleine, aber hochgeschätzte Lage, bekannt für kraftvolle und tiefe Rieslinge.
  • Brauneberger Juffer-Sonnenuhr: Berühmt für ihre mineralreichen und fein strukturierten Rieslinge.

Preislich liegen die Großen Gewächse an der Mosel schnell bei 35 Euro und aufwärts. Ich persönlich finde das Preis-Genuss-Verhältnis von Weinen aus den Ersten Lagen häufig besser, es kommt halt immer auf den Anlass an. Und auch jenseits der VDP Winzer gibt es exzellente Weine, man denke da nur an Markus Molitor. Daher lasst Euch bitte von dieser Auflistung nicht in die falsche Richtung leiten!

Sensationelles Ambiente beim Weintasting bei Markus Molitor

Zusammenfassung:

Die Weinregion Mosel, Saar und Ruwer ist ein Schatzkästchen für jeden Weinfreund. Die einzigartige Kombination aus steilen Weinbergen, mineralreichen Böden und dem besonderen Mikroklima sorgt dafür, dass hier einige der weltbesten Rieslinge entstehen. Ein Besuch in dieser Region ist nicht nur ein Genuss für den Gaumen, sondern auch eine Reise durch malerische Landschaften, historische Städte und jahrhundertealte Weinbautradition. Die Mosel, Saar und Ruwer sind ein unverzichtbares Ziel für jeden, der die Faszination und Vielfalt des deutschen Weinbaus erleben möchte.

Anders als in der Überschrift behauptet, findet man an der Mosel aber nicht nur Riesling. Auch Müller-Thurgau, Elbling und in geringerem Maße Pinot Blanc und Pinot Noir findet man hier. Name und Ruf der gesamten Region basiert aber dennoch auf nur einer Rebsorte, dem Riesling halt.